DEGEWO-UMFRAGE: ELTERN WÄHLEN WOHNORT NACH QUALITÄT DER SCHULE

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Die Bildungsqualität der hauptstädtischen Schulen bewerten 43 Prozent der Berliner mit einer 3, ebenso viele geben noch schlechtere Noten. Die Mehrheit ist sich einig, dass die Schulen vor allem "Respekt" vermitteln sollen und stimmt auch der Aussage zu, dass die Chancen von jungen Menschen erheblich durch die Herkunft beeinflusst werden. Das sind drei Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der degewo, die am 28. Oktober auf dem Berliner Bildungsgipfel der degewo veröffentlicht wurde. Mehr als 1.000 Berliner wurden im Auftrag der degewo befragt. Wie bewerten Sie ganz allgemein die Bildungsqualität an Berliner Schulen? lautete die erste Frage. "Befriedigend" antworteten 43 Prozent der Berliner, nur 11 Prozent sagten "sehr gut" und "gut". 43 Prozent der Befragten vergaben sogar die Schulnoten 4 bis 6. Schlechtere Noten als der Durchschnitt gab es in Charlottenburg-Wilmersdorf (54%: Note 4 bis 6). Die größte Zufriedenheit herrscht in Marzahn-Hellersdorf (16%: Note 1 bis 2, 50% Note 3)."Wenn Familien bei uns eine Wohnung mieten wollen, kommen viele ganz schnell auf die Qualität der Schulen am Wohnort zu sprechen. Bildung ist also ein Standortvorteil. Wir wollten das genauer wissen und haben die Berliner befragen lassen", erklärt degewo-Vorstand Frank Bielka die Motivation des Unternehmens für die Umfrage. Die Ergebnisse der Studie präsentierte er im Rahmen der degewo-Veranstaltungsreihe "Verantwortung für die Stadt", die am 28. Oktober stattfand, erstmalig der Öffentlichkeit. Das Thema der Podiumsdiskussion lautete: "Vom Problemkind zum Bürger"."Die Ergebnisse bestätigen unsere Erfahrungen. Mehr als drei Viertel der Befragten halten den guten Ruf von Schulen und Kitas für ein entscheidendes Kriterium bei der Wohnungswahl", so degewo-Chef Bielka. In konkreten Zahlen ausgedrückt heißt das: 77 Prozent der Berliner sind davon überzeugt (44% sehr wichtig, 33% eher wichtig). Hellersdorf-Marzahn (87%) und Neukölln (85%) zeigen hier Spitzenwerte. Einhelligkeit bestand bei den wichtigsten Werten, die Berlins Schulen unbedingt vermitteln sollten. So steht an erster Stelle Respekt (48%), gefolgt von Disziplin (44%), Toleranz (41%) und Verantwortung (40%). Am wenigstens wichtig sind nach Aussage der Befragten Selbstverwirklichung (12%), Individualität (14%) und Ordnung (16%). Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Ost und West. Bezirksweise betrachtet steht Respekt besonders in Friedrichshain-Kreuzberg hoch im Kurs (61%), nur Mitte (60%) und Neukölln (56%) kommen auf ähnliche Werte. Für Berliner in Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf ist hingegen "Verantwortung" der Wert, den Berliner Schulen den Kindern beibringen sollten. 67 Prozent der Befragten meinen, dass die Chancen junger Menschen stark von deren Herkunft abhängen. Besonders hohe Werte kommen hier aus Lichtenberg-Hohenschönhausen (78%) und Pankow (73%).Die überwältigende Mehrheit der Umfrageteilnehmer, nämlich 85 Prozent, ist der Meinung, dass sich Wirtschaftsunternehmen für die Verbesserung der Bildungssituation einsetzen sollten. "Wir fühlen uns dadurch bestätigt, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen", sagte degewo-Vorstand Frank Bielka. "Im Weddinger Brunnenviertel und in der Neuköllner Gropiusstadt haben wir einen Bildungsverbund initiiert. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass wir mit der Anerkennung der Berliner für unser Engagement rechnen können."In der Podiumsdiskussion in der Kalkscheune in Berlin-Mitte bezeichnete Jugendforscher Prof. Richard Münchmeier von der FU Berlin die Bildung als "die Ressource der alltäglichen Lebensbewältigung schlechthin. Bildung ist viel mehr als nur ein Schulabschluss." Die ehemalige Bundesministerin für Familie, Renate Schmidt, fügte auf dem Berliner Bildungsgipfel der degewo vor rund 150 Zuhörern aus Politik, Wirtschaft und Medien hinzu: "Wir geben in Deutschland zu wenig Geld für die Bildung aus und wir geben es falsch aus." Wichtig sei vor allem die Förderung der vorschulischen und frühkindlichen Bildung. Zustimmung erntete sie auch für die Aussage: In der deutschen Bildungspolitik würde Kleinstaaterei in Zeiten der Globalisierung betrieben.