Das Wohnungsunternehmen setzt bei dem Modellvorhaben an der Schönefelder Chaussee / Ecke Wegedornstraße auf ein besonderes Konzept. Integration und die Beteiligung von Mietern und Anwohnern standen von Anfang an im Mittelpunkt der Planung. So entstehen in dem acht Wohngebäude umfassenden Neubauquartier neben 166 Wohnungen auch ein Anwohnercafé, mehrere Gemeinschaftsräume, Mietergärten und ein "Integrationsbüro". Als weiterer Baustein für die Integration kommt eine Kindertagesstätte (Kita) hinzu, die in den Neubauten Platz findet und Mietern wie Anwohnern offen steht. Zwei Sozialarbeiter sollen nachbarschaftliche Aktivitäten initiieren, Patenschaften zwischen den Mietern organisieren oder bei Behördenangelegenheiten helfen. Unterstützt werden sie dabei vom degewo-Quartiersmanagement. Die Fertigstellung der Neubauten ist für Sommer 2018 geplant. Am 12. April hat degewo das Projekt in einer Anwohnerversammlung in Altglienicke vorgestellt.
Quartiere durchmischen, Austausch fördern
"Wir wollen die Quartiere durchmischen und den Austausch fördern, damit keine Parallelgesellschaften entstehen", begründet Christian Glaubitz, Leiter des degewo-Kundenzentrums in Köpenick die Entscheidung für das Projekt "ToM". Das Kundenzentrum wird bei der Vermietung auf eine funktionierende Mieterstruktur achten. Von den Heimatsuchenden werden eine hohe Integrationsbereitschaft und Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwartet. Aber auch die zukünftigen Mieter deutscher Herkunft sollten an einer interkulturellen Nachbarschaft interessiert sein. Die Neubauten an der Schönefelder Chaussee werden zu 100 Prozent aus Mitteln des Wohnungsbauprogramms des Landes Berlin gefördert, sodass alle Wohnungen eine anfängliche Nettokaltmiete von durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten.
Zur Umsetzung des Modellvorhabens arbeitet degewo eng mit dem Internationalen Bund (IB) und dem Bezirk Treptow-Köpenick zusammen. Der IB betreut derzeit mehr als 6.000 geflüchtete Menschen in Gemeinschaftsunterkünften in Berlin und Brandenburg, dazu zählt auch das Übergangswohnheim für Geflüchtete im Köpenicker Allende-Viertel.
Die Themen Integration und Partizipation finden auch in der Architektur der in Berlin und Wien ansässigen Büros tafkaoo architects gmbh und Itten+Brechbühl AG eine besondere Berücksichtigung. Grundlegendes Prinzip des Entwurfs ist die Schaffung vielfältiger und auf unterschiedliche Weise nutzbarer Gemeinschaftsflächen im Innen- und Außenbereich. So sollen etwa Terrassen als kommunikativer Treffpunkt dienen und den Austausch von Anwohnern und Bewohnern fördern. Die Entwicklung der Grundrisse erfolgte im Hinblick auf eine größtmögliche Flexibilität innerhalb der Wohnungen, die beispielsweise die Zusammenlegung oder Teilung von Wohnungen zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht.
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