Denn in den Städten konzentrieren sich die gesellschaftlichen Probleme, aber auch die Lösungen. „Immer mehr Städte stehen vor großen Herausforderungen, was z. B. die Fragen bezahlbaren Wohnraums, die Entwicklung der Quartiere, der Infrastruktur und des öffentlichen Raums angeht“, sagte der Gastgeber der Fachkonferenz, degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka. Trends und Entwicklungen aufspüren war das Ziel der ganztägigen Veranstaltung.
Viele Referenten gaben einen Hinweis auf die aktuelle Diskussion in Berlin, die Zukunft des Tempelhofer Feldes. Zur Weiterentwicklung der Metropole sei es von zentraler Bedeutung, den Randbereich des Tempelhofer Feldes bebauen zu können. GdW-Präsident Axel Gedaschko fasste zusammen: „Der Volksentscheid zur Zukunft des Tempelhofer Feldes entscheidet über die weitere Entwicklung Berlins.“
Der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Gunther Adler, blickte in seinem Statement in die Zukunft: „Städte werden im Jahr 2050 internationaler sein, grüner, sauberer, vernetzter und sozial gerechter. Der Zuzug wird anhalten. Schon heute wollen immer mehr Menschen in die Städte.“
Auch sein Berliner Amtskollege, der Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Engelbert Lütke Daldrup, fragte in seinem Grußwort, wie die Städte und Metropolen die kommenden Herausforderungen angehen. Berlin sei dafür bereits gut aufgestellt: „Berlin profitiert ganz besonders vom Trend, das Städte wieder attraktiver werden. Die Hauptstadt muss sich aber weiterentwickeln, auf allen Ebenen. Die soziale Weiterentwicklung ist dabei ein ganz zentraler Punkt.“
Der amerikanische Politikwissenschaftler, der auch Berater des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton war, Prof. Dr. Benjamin R. Barber sagte: „Städte übernehmen immer häufiger die Aufgaben des Staates. Sie sind oft direkter und konkreter mit den Problemen konfrontiert.“ Prof. Dr. Barber forderte ein „globales Parlament der Bürgermeister“. Der britisch-kanadische Journalist und Autor, Doug Saunders sagte: „Wenn Berlin von den besten Vorbildern aus Europa lernt und seine Stärken nutzt, kann das Berlin des Jahres 2050 ein Ort sein, der dem heutigen Berlin ähnelt – mit noch mehr Einwohnern, erschwinglicherem Wohnraum, mehr Dichte und mehr Komfort. Der spannendste Abschnitt im Wachstum Berlins steht erst bevor.“
Moderiert von ZDF-Moderatorin Dunja Hayali wurde im Café Moskau auf der Bühne sowie in kleinen und großen Gesprächsrunden in den Pausen angeregt diskutiert. Die mit nationalen und internationalen Referenten besetzte Konferenz bildet einen zentralen Mosaikstein des 90. Geburtstages der Wohnungsbaugesellschaft. Seit 2007 diskutiert degewo zu unterschiedlichen Themen, um Trends und Entwicklung aufzuspüren. Unter dem Titel „Verantwortung für die Stadt“ ist eine Veranstaltungsreihe entstanden, bei der unter anderem der Zukunftsforscher Horst Opaschowski und der Kult-Autor Wladimir Kaminer zu Gast waren.
degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka, der amerikanische Politikwissenschaftler Prof. Dr. Benjamin Barber, Berlins Staatssekretär für Bauen und Wohnen Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Maren Kern, Vorstand beim BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen und der Staatssekretär aus dem Bundesbauministerium, Gunther Adler (von links nach rechts). Foto:degewo
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