DEGEWO DENKT GROPIUSSTADT WEITER

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Wie kann und soll die Gropiusstadt 50 Jahre nach der Grundsteinlegung weiterentwickelt werden? Dieser Frage hat sich die degewo, mit 4.500 von rund 18.000 Wohnungen einer der größten Vermieter in der Berliner Gropiusstadt, mit prominenter Unterstützung angenommen. Berlins größtes Wohnungsunternehmen hat dazu drei namhafte Architekten eingeladen, in einem diskursiven städtebaulichen Verfahren Visionen und praktische Vorschläge zu entwickeln. Die Wohnungsbestände der degewo konzentrieren sich in der südlichen Gropiusstadt. Bereits im Jahr 2010 startete die degewo ein ehrgeiziges Sanierungsprogramm und wird bis 2016 rund 2.300 ihrer knapp 4.500 Wohnungen energetisch sanieren und die Grünanlagen im Sinne des ursprünglichen Landschaftsarchitekten Walter Rossow revitalisieren. Im Rahmen des 100-Millionen-Euro Investitionsprogramms wird auch das Einkaufscenter "Wutzky" erweitert und modernisiert (Fertigstellung April 2012) sowie ein weiterer Nahversorgungsstandort am Zwickauer Damm neu gebaut. "Die südliche Gropiusstadt hat ein immenses Potenzial.", konstatiert degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka, "Die Nähe zum neuen Großflughafen BER und zum Technologiepark Adlershof sind echte Standortvorteile, und mit frisch sanierten Wohnungen schaffen wir ein gutes Angebot."Diese bereits guten Aussichten und den 50. Jahrestag der Grundsteinlegung am 7. November 1962 nimmt die degewo zum Anlass, auch über neue bauliche Akzente für das Quartier nachzudenken. "Ein Verfahren, wie wir es jetzt beschreiten, hat es in Berlin seit Jahren nicht gegeben", so Bielka. "Wir haben einige der renommiertesten Architekten als Impulsgeber und Sparringspartner gewinnen können und haben das Bezirksamt Neukölln von Anfang an mit an Bord."Urbanität der Gropiusstadt stärkenDie Professoren Bernd Albers, Regine Leibinger und Christoph Mäckler sind im November 2011 in das von der degewo ausgelobte Werkstattverfahren eingetreten. Die Eingangsthese: Die Gropiusstadt weist aufgrund ihrer Lage, ihrer Erschließung und ihres Wohnungsangebots gute Qualitäten auf – sie besitzt aber wenig städtischen Charakter, weil wichtige urbane Elemente wie Nutzungsmischung und klassische Straßen- und Platzräume fehlen. In drei Werkstätten geht es nun darum, wie der bestehende Raumcharakter gestärkt werden kann, wie attraktive neue Wohnungen und zusätzliche Nutzungsangebote geschaffen werden  können und wie der öffentliche Raum qualitativ weiterentwickelt werden kann. "Dabei stellen wir die ursprüngliche  Konzeption von Gropius und Rossow nicht in Frage, sondern wollen ihre Ideen sensibel in die heutige Zeit übersetzen", erläutert Bielka. Dazu haben die drei Gutachter die südliche Gropiusstadt zunächst analysiert und mögliche Entwicklungsstrategien aufgezeigt. Im zweiten Schritt werden die städtebaulichen Vorstellungen konkretisiert und in Form erster Entwürfe z. B. für Neu- und Ergänzungsbauten, dargestellt. Dazu hatte die degewo zehn potenzielle Entwicklungsstandorte benannt. Die dritte Werkstatt zeigt ausgearbeitete Entwürfe und typologische Vertiefungen zu ausgewählten Situationen. Das Obergutachtergremium wählt am Ende dieser ersten Phase ein Leitkonzept aus und definiert Vertiefungsbereiche für die anschließende objektkonkrete Ausarbeitung. In diesem Gremium sind neben Vertretern der degewo und des Bezirksamts Neukölln die Professoren Hans Stimmann, Senatsbaudirektor a.D., Hildebrandt Machleidt und Cornelia Müller als Landschaftsarchitektin vertreten.In der zweiten Phase des Verfahrens wird es dann sehr konkret: Auf Grundlage des ausgewählten Leitkonzepts wird jeder der drei Gutachter die ihm zugewiesenen Vertiefungsbereiche als städtebaulichen Entwurf im Maßstab 1:500 ausarbeiten. Die Darstellung der Baukörper, öffentlicher und privater Freiflächen und Verkehrsanlagen sowie der Hauptnutzungen sollen Grundlage für eine planungsrechtliche Prüfung der Vorhaben sein. Bis Ende März 2012 will die degewo das Verfahren abschließen. "Das ist inhaltlich und zeitlich sehr ambitioniert", so Bielka, "aber wir wollen noch im Jubiläumsjahr die Umsetzungsplanung starten und 2014 mit ersten Baumaßnahmen beginnen."

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 Kerstin Braun
Kerstin
Braun
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