Am 24. Juni 2026 richtete die Plattform Starke Städte den 7. Brandenburger Stadtentwicklungstag aus. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der kommunale Handlungsspielraum bei drängenden Zukunftsaufgaben der Stadtentwicklung. Themen waren u.a. die Stärkung lebendiger Innenstädte, die aktive Beteiligung unterschiedlicher Akteur*innen, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und bedarfsgerechter, sozialer Infrastruktur, die Qualifizierung multimodaler Anbindung, sowie die Umsetzung der Wärmewende und klimaangepasster Stadträume.
Die Herausforderungen für die Städte werden zunehmend komplexer. Die Aufgaben zur zukunftsfähigen Entwicklung und Sicherung der Lebensqualität wachsen stetig an. Und gleichzeitig bleibt die notwendige Finanzierung aus. Unter dem Titel „STARKE STÄDTE – GEMEINSAM FÜR BRANDENBURG #Chancen durch kooperatives Handeln“ kamen Bürgermeister*innen, Vertreter*innen von Land und Kommunen sowie engagierte Aktive vor Ort zusammen. Im Fokus standen die Fragen: Welchen Gestaltungsspielraum haben Städte unter den aktuellen und künftigen Rahmenbedingungen überhaupt noch? Welche Chancen zur Veränderung und Weiterentwicklung bestehen und wie können diese erkannt und genutzt werden? Und welche Kooperationen und Unterstützung braucht es. Gemeinsam gilt es, konkrete Verabredungen für die Zukunft der Städte in Brandenburg zu treffen.
Volker-Gerd Westphal, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, betont: „Das Land Brandenburg unterstützt die Kommunen durch Förderprogramme, Regelungen für gutes Planen und Bauen, Leitfäden und Wissenstransfer bei der Umsetzung ihrer vielfältigen Zukunftsaufgaben. Die Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, steht in zahlreichen brandenburgischen Städten dabei aktuell ganz oben auf der Tagesordnung. Wir müssen mehr und schneller bauen. Die Änderung der Brandenburgischen Bauordnung, die der Landtag am 19. Juni beschlossen hat, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Insbesondere langwierige Genehmigungsverfahren waren eine Belastung. Das haben wir geändert. Wenn wir über die Zukunft unserer Städte sprechen, lohnt auch der Blick zurück. Aktuell informiert das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung mit einer
Ausstellung über 35 Jahre Städtebauförderung und zeigt Beispiele, in denen engagierte Bürgerinnen und Bürger in den zurückliegenden Jahrzehnten ihre Städte lebens- und liebenswert gemacht haben. Darauf können diese Menschen stolz sein. Stadtentwicklung gelingt dort besonders gut, wo lokales Herzblut eingebunden wird.“
Uwe Schüler, Staatssekretär im Ministerium des Innern und für Kommunales, erklärt: „Unsere Brandenburger Städte müssen in Zukunft ihr eigenes Gesicht bewahren. Denn ihre Verschiedenheit spiegelt die kulturelle, die strukturelle und die ökonomische Vielfalt unseres Landes wider. Unsere Aufgabe im Land ist also nicht, eine Schablone auszuarbeiten und auf alle Orte anzuwenden. Sondern wir müssen den Kommunen den Raum und die Möglichkeiten geben, ihre eigene Zukunft zu gestalten und ihre Stärken auszuspielen. Kooperatives Handeln ist Hol- und Bringschuld zugleich. Das Land muss schneller und weniger bürokratisch werden. Daran messen wir uns selbst."
„Wir begreifen den stetigen Wandel in unseren Städten - trotz aller Herausforderungen und die sind wirklich riesig – als Chance. In der Plattform Starke Städte haben wir gemeinsam vier zentrale Zukunftsaufgaben definiert. Für uns gilt es nun, effiziente Prozesse zu etablieren, Ressourcen zu bündeln und verlässliche Kooperationen zu schaffen“, sagt Nora Görke, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg und Bürgermeisterin der Stadt Kyritz. „Zukunftsfähige Stadtentwicklung bedeutet, Attraktivität und Lebensqualität langfristig zu sichern. Das gelingt durch gemeinsames Handeln von Kommunen, Partnerorganisationen und den Menschen vor Ort. Die anstehenden Aufgaben können wir nur kooperativ bewältigen. Dafür braucht es jedoch die unterstützenden Rahmenbedingungen im Land. Wir leisten unseren Beitrag für lebenswerte Städte im Land Brandenburg, solange wir handlungsfähig sind.“
Helmut Wenzel, Bürgermeister der Stadt Lübbenau/Spreewald und Vorsitzender des Städteforums Brandenburg, betont: „Die Bereitstellung von bedarfsgerechtem und bezahlbarem Wohnraum ist eine dauerhafte kommunale Aufgabe und damit eine der zentralen Zukunftsaufgaben, die wir heute beim Stadtentwicklungstag diskutieren. Deshalb muss die Wohnraumförderung auch über das Jahr 2026 hinaus fortgeführt und bei der Aufstellung des Landeshaushalts berücksichtigt werden. Um den vielfältigen Herausforderungen und drängenden Zukunftsaufgaben begegnen zu können, benötigen wir in den Kommunen verlässliche Rahmenbedingungen sowie eine funktions- und aufgabengerechte Finanzausstattung. Ich möchte hier noch einmal auf den Aktionstag ‚Kommunen am Limit‘ aufmerksam machen, der am Montag, 22.06., stattfand. Die Finanznot ist in all unseren Kommunen immer deutlicher spürbar – ohne grundlegende strukturelle Reformen auf Landes- und Bundesebene und ohne die Beseitigung des immensen finanziellen Defizits bleibt uns bald keine Luft zum Atmen und zum Gestalten unserer Städte im Land Brandenburg.“
Christiane Lindner-Klopsch, Vorsitzende des Städtekranzes Berlin-Brandenburg und Bürgermeisterin der Stadt Jüterbog, unterstreicht die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit: „Mit der Übernahme des Staffelstabs innerhalb der Plattform Starke Städte verbinde ich den Auftrag, den gemeinsamen Dialog fortzuführen und Stadtentwicklung als partnerschaftlichen und fachübergreifenden Prozess weiter zu stärken. Die großen Zukunftsaufgaben lassen sich nicht einzelnen Fachbereichen zuordnen. Sie erfordern vielmehr eine enge Zusammenarbeit über Zuständigkeitsgrenzen hinweg. Viele Städte haben hierfür bereits erfolgreiche fach- und akteursübergreifende Arbeitsstrukturen geschaffen. Daran kann auch auf Landesebene angeknüpft werden – Wir fordern daher die Einrichtung einer interministeriellen Arbeitsgruppe.“
Der Brandenburger Stadtentwicklungstag wird im zweijährigen Turnus von der Plattform Starke Städte veranstaltet. In dem Netzwerk engagieren sich die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg, das Städteforum Brandenburg und der Städtekranz Berlin-Brandenburg. Gemeinsam vertreten sie die Interessen von mehr als 60 Städten sowie weiteren Partnerinstitutionen im Land Brandenburg.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg
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