Wer im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf einen Antrag auf Wohngeld stellt, muss im Durchschnitt 28 bis 32 Wochen auf dessen Bearbeitung warten. Bis zu drei Monate dauert die Bearbeitung auch in Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf und Lichtenberg. Dies geht aus einer Kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an das Berliner Abgeordnetenhaus hervor.
Deutlich rascher können Antragsteller hingegen in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick mit einer Antwort vom Amt rechnen: Hier liegend die Bearbeitungszeiten bei jeweils drei bis vier Wochen. Problematisch dürften die langen Wartezeiten in einigen Bezirken nicht nur für die Betroffenen sein, auch die Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Maria Krautzberger, äußert sich kritisch. Die Bearbeitungszeiten dürften "dem Anspruch an eine bürgerfreundliche Verwaltung (…) nicht gerecht werden.", heißt es dort.Dabei könnte sich die Situation im kommenden Jahr weiter verschärfen: Aufgrund der bundesweiten Novellierung des Wohngeldes dürften in Berlin deutlich mehr Menschen einen Anspruch auf die Unterstützung haben als bisher. So erwartet die Stadtentwicklungsbehöre für 2009 insgesamt rund 125.300 Wohngeldanträge, während für das Gesamtjahr 2008 von etwa 96.000 Anträgen ausgegangen wird. "Wir brauchen sechs Stellen zusätzlich", forderte angesichts dessen die Steglitzer Stadträtin für Bürgerdienste, Cerstin Richter-Kotowski, in der Berliner Zeitung und warnte: "Hier entwickelt sich sozialer Sprengstoff."