Mit einer eigenen Lösung, die mehrere Software-Anwendungen verbindet, kümmert sich die PRO POTSDAM um ihre fast 14.000 Bäume
Vor etwa einem Jahr hat die PRO POTSDAM die Arbeiten an einem Baumkataster beendet: Mit wenigen Tastengriffen kann man nun alles über jeden der knapp 14.000 Bäume, die auf Grundstücken des Unternehmens stehen, erfahren: Art des Baumes, Standort, Pflegezustand, Alter, Stammumfang und alle Auffälligkeiten. Die Standorte der Bäume wurden in das vorhandene Liegenschaftskataster eingezeichnet. Damit entstand eine leicht zu handhabende Arbeitsgrundlage, um auf Anfragen und Meldungen schnell reagieren zu können und eine nachhaltige Pflanz- und Pflegestrategie zu entwickeln.Natürlich sind in diesem Kataster auch die "interessantesten" Bäume enthalten. 19 Bäume auf den Grundstücken der PRO POTSDAM sind über 150 Jahre alt. Der vermutlich älteste Baum, eine 200 bis 250 Jahre alte Linde, steht auf dem Grundstück der Friedrich-Ebert-Straße 73 unweit des Stadthauses. Ein ähnliches Alter können die Buchen im Bereich der Louis-Nathan-Allee 7 in Klein-Glienicke aufweisen. Der höchste Baum ist eine 33 Meter hohe Stieleiche neben dem Babelsberger Rathaus, die ebenso wie eine Eibe auf dem Grundstück Große Weinmeisterstraße 42/43 in der Liste der Naturdenkmäler steht. Die häufigsten Baumarten sind Kiefern und Ahorn (je 17%), Eichen (12%) und Birken (8%).Wichtiger als diese Superlative ist für die PRO POTSDAM aber das langfristige und nachhaltige Baummanagement, das mit dem Baumkataster möglich ist. Zum Beispiel ein bewaldeter Wohnhof an der Sonnentaustraße in der Waldstadt: Hier wurden 2006 so genannte Ausfällungslichtungen vorgenommen, um Licht und Luft in die Wohnhöfe zu bekommen. Langfristig soll in diesem Teil des ehemaligen Forstgebiets, der momentan fast ausschließlich aus Fichten besteht, ein Mischwald entstehen, der auch den zukünftigen klimatischen Ansprüchen genügt. Strategisch sollen dafür schrittweise natürlich gewachsene Bäume wie Eichen oder Ahorn aufgezogen und zusätzlich weitere Baumarten angepflanzt werden.Baumkataster wird mit Geoinformationen verknüpftEin Baumkataster an sich ist nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist die Verknüpfung einer dafür entwickelten und am Markt erprobten Software (b.d.g. Baumkataster) mit anderen. Über GIS (Geografisches Informationssystem) sind die relevanten Bauminformationen verknüpft mit allen anderen Parametern der jeweiligen Immobilien und überdies kartographisch dargestellt. Über SAP sind die Bäume in automatisierte Arbeitsabläufe eingeordnet, die denen von technischen Einrichtungen entsprechen. Der Grundgedanke: So wie ein Aufzug, eine Lüftung und jedes andere technische Bauteil individuellen Wartungs-, Pflege- und Kontrollzyklen unterliegt, so bedarf auch jeder Baum individueller Zuwendung. In Abhängigkeit von Art, Standort, Zustand, Alter und Vitalität muss er geschnitten und gepflegt werden, ist er anfällig für Trockenheit oder Sturm, ist seine Verkehrssicherheit mehr oder minder gegeben. SAP gestattet es, jeden Baum wie ein wertvolles Wirtschaftsgut zu behandeln – ein Platz, der ihm im Verständnis der PRO POTSDAM zukommt.An die 14.000 Bäume – das ist schon ein respektabel großer Wald, in dem man sich unter Umständen auch verlaufen kann. Die Verbindung der drei Programme b.d.g. Baumkataster, GIS und SAP sorgt dafür, dass man diesen Wald – Dank der individuellen Sicht auf jeden einzelnen Baum – nicht aus den Augen verliert: Leicht ist zu erkennen, wo Nachpflanzungen notwendig oder wünschenswert sind, welche Standorte mit Grün unterversorgt sind, wo in absehbarer Zeit Fällungen notwendig werden.Das Baumkataster wird ständig aktualisiert, wobei alle eingehenden Informationen erfasst werden, auch die, die besorgte Mieter liefern. Im 9-monatigen Rhythmus werden die Bäume inspiziert, um den Baumbestand mit seinen jeweiligen jahreszeitlichen Veränderungen besser beobachten zu können und Gefahren vorzubeugen. Die an den Bäumen angebrachten Nummerierungen und Transponder (Schrauben mit einem elektronischen Chip) erleichtern die Arbeit und die Zuordnung der Informationen. Zusammenarbeit mit den Geoökologischen Institut der Universität PotsdamMit diesen umfassenden Daten kann die PRO POTSDAM langfristige Strategien für die Erhaltung und nachhaltige Verbesserung ihres Baumbestands entwickeln. Denn ähnlich wie bei Häusern, bei denen man von einer Lebensdauer von 80- 100 Jahren ausgeht, muss man bei Bäumen, die in der Regel 60-150 Jahre alt werden, in ähnlich großen Zyklen denken. Für das nachhaltige Baummanagement der PRO POTSDAM ist es deshalb wichtig, möglichst viele Informationen über die physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse zu erfahren, die an dem jeweiligen Standort stattfinden, um den richtigen Baum und den richtigen Strauch an der richtigen Stelle zu pflanzen. Dazu arbeitet die PRO POTSDAM mit dem Geoökologischen Institut der Universität Potsdam zusammen, mit dessen Beteiligung an Forschungsprojekten und Vergaben von studentischen Arbeiten die Baumstrategie der PRO POTSDAM weiterentwickelt und verbessert werden soll.