Die wirtschaftliche Realisierung von Photovoltaikanlagen auf Wohnhausdächern ist häufig schwieriger als erwartet. Am 23. Oktober gab die Colonia Real Estate AG die Beendigung der Geschäftsbeziehung zum Düsseldorfer Solarunternehmen Systaic AG bekannt.
Der nun gekündigte Rahmenvertrag zwischen CRE und der Systaic AG war im März 2008 geschlossen worden. Er beinhaltete die Lieferung von Solarmodulen für die Ausrüstung des CRE-eigenen Wohnungsbestandes sowie für das Drittgeschäft im Volumen von bis zu 100 Millionen Euro bis zum 30. Juni 2009. Schon Anfang Oktober habe der vormalige Geschäftspartner seinerseits der CRE eine Kündigung des Kooperationsvertrages zugestellt - einige Tage, nachdem das Solarunternehmen diese Kündigung in seinem Börsenprospekt vom 25. September 2008 gemeldet hatte, erklärte CRE in einer Pressemeldung. Nach einer detaillierten rechtlichen Prüfung halte CRE die Kündigung durch die Systaic AG für unwirksam und unbegründet, sehe aber keine Grundlage mehr für eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit.Die Verzögerungen bei der Ausrüstung der Immobilien mit Photovoltaik-Anlagen seien im Wesentlichen durch die Weigerung der Darlehensgeber der zumeist verbrieften Hypothekendarlehen begründet, erstrangige Dienstbarkeiten für die Finanzierung der Solaranlagen einzuräumen. Diese Weigerung sei nicht zu erwarten gewesen, da bei Voranfragen vor Abschluss des Rahmenvertrages die Zustimmung zur Eintragung erstrangiger Dienstbarkeiten signalisiert worden sei, so CRE. Die CRE werde Anfang 2009 vor dem Hintergrund der Reduzierung der gesetzlich festgelegten Einspeisevergütung um neun Prozent und dem andererseits erwarteten Preisrückgang für Solarmodule prüfen, ob die Solaraktivitäten des Unternehmens weiter verfolgt werden.Auf das Jahresergebnis der CRE im Jahr 2008 habe die Beendigung der Kooperation mit der Systaic keine Auswirkung, so das Unternehmen. Am 13. März hatte CRE angekündigt, die Dächer seiner Wohnungen mit Solarzellen zu bestücken und rechnete mit einer, von Fachleuten für wenig plausibel gehaltenen, Eigenkapitalrendite dieser Neuinvestition von "deutlich mehr als 50 Prozent". Es sei geplant gewesen, die Investition mit einer Eigenkapitalquote von etwa zehn Prozent zu finanzieren. Der nun mit Beendigung der Zusammenarbeit mit Systaic mögliche entgangene Umsatz aus den Einspeisevergütungen von sechs bis acht Millionen Euro ab 2009 würde nach Finanzierungskosten, Steuern und Abschreibungen die zukünftigen Gewinne nur um rund eine Million Euro reduzieren, heißt es von CRE.