Die Klimaschutzpartner Berlin, eine Initiative der Berliner Wirtschaft zur CO2-Minderung, verliehen am 3. Mai im Rahmen der Berliner Energietage zum bereits fünften Mal den Preis "Klimaschutzpartner des Jahres". Die Auszeichnung geht an Projekte, die einen besonderen Beitrag zum Klimaschutz in der Stadt leisten. In Anwesenheit von Staatssekretärin Maria Krautzberger ehrte Ludger Hinsen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, die drei diesjährigen Preisträger, zu denen mit der Charlottenburger Baugenossenschaft eG erneut ein BBU-Mitgliedsunternehmen gehört.
Die Klimaschutzpartner Berlin sind der Zusammenschluss von 14 Verbänden und Institutionen, die 1997 die "Freiwillige Vereinbarung der Berliner Wirtschaft mit dem Land Berlin zur CO2-Minderung zur Verbreitung von Solaranlagen" abgeschlossen haben. Die Initiative wird federführend von der IHK Berlin und dem BBU organisiert. Um herausragende und beispielhafte Klimaschutz-Vorhaben in Berlin besonders zu würdigen, loben die Verbände und Kammern jährlich den Wettbewerb "Klimaschutzpartner des Jahres" aus. In der Kategorie B "Erfolgversprechende, innovative Ideen und Planungen" ging die Auszeichnung an die Charlottenburger Baugenossenschaft eG für die geplante, umfassende energetische Sanierung der Wohnanlage Meller Bogen aus dem Jahr 1972/73. Die Anlage besteht aus 564 Wohnungen mit 36.314 m2 Wohnfläche. Ihre bisherige Ausstattung entspricht dem Stand der Technik in der Erbauungszeit mit Öl-Zentralheizung, dezentraler Warmwasserbereitung, einer minimalen Wärmedämmung der Dachflächen und ungedämmten Außenwänden, bestehend aus 30 cm dicken Hohlkammersteinen. Für die Jahre 2006 und 2007 sind u.a. folgende Maßnahmen geplant: Ersatz der Kesselanlage aus dem Jahr 1989 durch einen Gas-Brennwertkessel für die Heizungsanlage und die Warmwasserversorgung Dämmung der Fassaden mit zwölf Zentimeter dicken Mineralfaser- bzw. Polystyrolplatten Ersatz sämtlicher Verbundfensteranlagen durch Isolierglasfenster Dämmung der obersten Geschossdecken mittels Einblastechnik mit einer durchschnittliche Dicke des Mineralfasergranulates von 40 Zentimetern Umrüstung der Kaltdächer auf Warmdächer Bau einer thermischen Solaranlage mit Flachkollektoren zur Warmwasserversorgung in den Sommermonaten, Gesamtfläche 600 Quadratmeter in sechs RegelzonenBBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt gratulierte der "Charlotte" und würdigte den zukunftsweisenden Charakter des ausgezeichneten Projektes: "Ich zolle der Genossenschaft und insbesondere den Vorstandsmitgliedern Rudolf Orlob und Hans-Joachim Kosubek große Anerkennung für die Entscheidung, die Wohnanlage Meller Bogen grundsätzlich energetisch zu modernisieren. Der energetische Standard dieser Anlage des sozialen Wohnungsbaus wird durch die geplanten Maßnahmen nicht nur das Berliner Klima um rund 1.500 Tonnen CO2 pro Jahr entlasten, sondern den Bewohnern auch Schutz vor zukünftigen Energiepreissteigerungen bieten." Insgesamt können die jährlichen CO2-Emissionen nach Abschluss der Maßnahmen auf rund 30 Kilogramm pro Quadratmeter reduziert werden, die jährliche CO2-Einsparung beträgt damit 57 Prozent bzw. rund 1.500 Tonnen CO2 pro Jahr – zum Vergleich: Dies entspricht den CO2 Emissionen von 460 PKWs bei einer Laufleistung von 15.000 Kilometern und einem Verbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer. Besonders überzeug hat die KlimaSchutzPartner an diesem Vorhaben der beispielgebende Effekt für die Berliner Wohnungswirtschaft. Es sei vorbildhaft gelungen, durch einen intelligenten Mix von Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten ein Bestandsgebäude aus der Energieeffizienzklasse E in die Energieeffizienzklasse A zu bringen, so die Jury. Mit weiteren Preisen wurde die energetische Modernisierung eines Reihenhauses in Berlin-Spandau und das Pilotprojekt für die Nutzung der Abwasserwärme in der Berliner Kanalisation zur Beheizung einer Sporthalle in Friedrichshain/Kreuzberg ausgezeichnet.