Das neue Digitalradio hat am Morgen des 01. August 2011 seinen Regelbetrieb in Deutschland an 27 Senderstandorten aufgenommen. Das neue nationale Digital-Angebot über Antenne besteht derzeit aus diesen drei öffentlich-rechtlichen und neun privaten Angeboten. – Netzbetreiber warnen vor Störung des analogen Kabelempfangs
90elf – Deutschlands Fußball-Radio, Absolut Radio, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, DRadio Wissen, Energy, ERF Radio, Radio Horeb, Kiss FM, Klassik Radio, LoungeFM sowie Radio BOB sind derzeit die Sender des neuen Digitalradios. Im Laufe dieses Jahres wird das Programmangebot nach Angaben des Projektbüros digitalradio durch weitere Sender sowie die Hörfunkprogramme durch Datendienste (Text und Bild) ergänzt. In der Region Berlin-Brandenburg ist DAB+ nur über zwei Senderstandorte in Berlin zu empfangen. Bis Jahresende 2011 sollen unter anderem mit radioeins, Antenne Brandenburg, Fritz, Inforadio, rbb Kulturradio und radioBERLIN 88,8 weitere Sender folgen.Die meisten Programme werden im Standard DAB+ übertragen. DAB steht für "Digital Audio Broadcasting", die digitale Verbreitung von Audiosignalen über Antenne. Das "+" steht für eine Übertragungstechnik, die auch programmbegleitende Informationen wie Verkehrsdaten, Wetterkarten, Titel und Interpret, Albumcover oder die aktuellen Nachrichtenschlagzeilen ermöglicht. Das Projektbüro empfiehlt beim Kauf eines Digitalradio-Empfangsgerätes darauf zu achten, dass der DAB+ Standard unterstützt wird. Die derzeit etwa 120 verfügbaren Geräte sollen ab 50 EUR im Handel erhältlich sein. Eine Liste der Geräte und die regionalen Empfangsmöglichkeiten sind unter www.digitalradio.de abrufbar. Vorteil von DAB+ ist eine CD-ähnliche Klangqualität. Mit den neuen Geräten lassen sich auch DAB- und herkömmliche UKW-Programme empfangen. Nachteil des neuen Standards: Wer derzeit ein DAB-Empfangsgerät nutzt, kann damit die über DAB+ verbreiteten Programme nicht empfangen.Ein weiterer Nachteil sind mögliche Störungen des analogen TV-Kabelempfangs. Die bundesweite DAB+-Abdeckung wird im Kanal 5 ausgestrahlt, der zum Beispiel im Netz von Kabel Deutschland für die analoge Übertragung von "Das Erste" genutzt wird. Betroffen sind vor allem Haushalte in unmittelbarer Nähe der Sendeanlagen. Im Zuge des DAB+-Ausbaus werden weitere Sender auf den Kanälen 5 bis 12 ausgestrahlt. Dann können auch andere TV-Programme betroffen sein. Nach Angaben der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) entstehen Störungen in 90 Prozent der Fälle durch minderwertige, schlecht abgeschirmte TV-Kabel zwischen Fernseher und Antennendose. Die NLM empfiehlt bei Störungen den Austausch durch ein hochwertiges Class-A-Anschlusskabel mit mindestens 90 dB Dämpfung. Soweit auch nach dem Austausch dieses Antennenkabels noch Störungen auftreten, sollten Mieter und Eigentümer dies ihrem TV-Kabelnetzbetreiber, dem Vermieter oder Verwalter melden.
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