Die Bundesnetzagentur hat zum 1. April die Entgelte für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der Deutschen Telekom AG, die sogenannte letzten Meile, von monatlich 10,50 auf 10,20 Euro gesenkt. Damit müssen Wettbewerber, die diese Leitungen für den Endkundenzugang nutzen, bei Anmietung der TAL weniger zahlen.
Die Telekom hatte eine Erhöhung auf 12,90 Euro beantragt. Die monatlichen Überlassungsentgelte für den Zugang zur TAL gelten für einen Zeitraum bis zum 31. März 2011. Der Entscheidung sind intensive Auseinandersetzungen zwischen Netzbetreibern mit eigenen Netzen und Anbietern, die für ihre Produkte ganz oder überwiegend fremde Netze nutzen, vorausgegangen. Dies hat der Telekom beim TAL-Poker eine Schützenhilfe von wichtigen Wettbewerbern beschert. Sichtbares Zeichen des Streits sind die jüngsten Austritte der Unternehmen Netcologne Köln und M-Net München aus dem Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), der bis vor wenigen Wochen alle maßgeblichen Wettbewerber der Telekom vertreten hatte. Weil Netcologne und M-Net über zahlreiche eigene Netze verfügen und weitere Glaserfasernetze bauen wollen, wollten sie die generelle Forderung der BREKO nach einer deutlichen Senkung der TAL-Miete nicht mittragen und haben daher einen neuen Verband, den Bundesverband Glasfaseranschluss e. V. (BUGLAS) mit Sitz in Köln, wesentlich initiiert. Auch ANGA Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber hatte die Bundesnetzagentur aufgefordert, die TAL-Entgelte nicht deutlich abzusenken, um die Wirtschaftlichkeit und den Aufbau eigener Infrastrukturen nicht zu gefährden.