Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier soll 2009 als SPD-Direktkandidat im brandenburgischen Wahlkreis 60 antreten. Im September hatte BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt ihm deshalb einen Brief geschrieben und um einen persönlichen Termin gebeten. Der BBU möchte dem Minister vor allem das komplexe Thema "Stadtumbau Ost" und dessen Bedeutung für das Land Brandenburg nahe bringen. Die Antwort aus dem Auswärtigen Amt: Aus terminlichen Gründen könne der Minister in absehbarer Zeit den BBU nicht zum Gespräch empfangen. Stattdessen verwies man auf einen möglichen Ortstermin.
Mit Schreiben des persönlichen Referenten des Bundesministers wurde dem Vorstand des BBU nun mitgeteilt, dass es auch mittelfristig keine Gelegenheit geben werde, Steinmeier die umfangreichen Erfahrungen des Verbandes in einem persönlichen Gespräch zu schildern. Angeboten wurde die Möglichkeit, bei einem der nächsten Brandenburg-Besuche des Ministers einen Ortstermin wahrnehmen zu können. Burkardt zeigte sich aber zuversichtlich, dass es zu einem persönlichen Gespräch mit dem Minister kommen werde. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Minister ein so komplexes Thema wie den Stadtumbau im Vorbeigehen auf einem Marktplatz oder bei einer Kindergarteneröffnung besprechen möchte." Er sei davon überzeugt, dass Steinmeier sich fundiert in die Probleme seines Wahlkreises einarbeiten wolle. "Der Stadtumbau ist dabei nun mal ein zentrales Thema. Stadtumbau ist zwar nicht alles, aber ohne Stadtumbau ist alles nichts", so Burkardt. "Demografischer und wirtschaftlicher Wandel bedingen erhebliche Schwierigkeiten für das gesamte Land Brandenburg. Vor diesem Hintergrund ist es von besonderer Bedeutung, wenn sich prominente und erfahrene Bundespolitiker für Land und Leute einsetzen." So formulierte es Burkardt in seinem Schreiben an den Minister. Gerne wolle man diesen bei seiner Bekanntmachung mit den besonderen Herausforderungen eines brandenburgischen Bundestagswahlkreises unterstützen. Der Verband vertritt in dieser Region neun kommunale und 14 genossenschaftliche Wohnungsunternehmen. Diese bewirtschaften gemeinsam nicht nur rund 36.000 Wohnungen, sondern sind auch wichtige Arbeitgeber, Sozialpartner und Ausbildungsbetriebe. Der BBU informierte in seinem Schreiben Steinmeier unter anderem über die Situation des Stadtumbaus Ost, über Rückbau und Aufwertung in der Region, und wies auf dessen existenzielle Bedeutung für die Kommunen im Rahmen der demografischen Entwicklung hin. Denn zu seinem zukünftigen Wahlkreis gehören die Stadtumbaustädte Brandenburg an der Havel, Premnitz und Rathenow. Prognosen der Landesregierung gehen davon aus, dass der äußere Entwicklungsraum des Landes bis 2030 weitere 360.000 Einwohner verlieren wird. Allein für die Stadt Brandenburg wird mit einem weiteren Bevölkerungsrückgang von etwa 25 Prozent gerechnet – das sind 15.000 Menschen.