BUNDESBANK: REZESSION VERLIERT DEUTLICH AN FAHRT

PDF
Der wirtschaftliche Abschwung in Deutschland hat im zweiten Quartal 2009 stark an Kraft verloren. Das schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem am 20. Juli veröffentlichten neuesten Monatsbericht. Nach Auswertung von Indikatoren dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung im Frühjahr 2009 nur noch leicht gesunken sein, so die Bundesbank. Sie verweist darauf, dass die außenwirtschaftlichen Bremseffekte spürbar nachgelassen hätten und der massive Vertrauensschock weltweit an Wirkung verliere. Vor allem in der Industrie habe sich die Lage deutlich aufgehellt. Damit entspricht die Bundesbank der Einschätzung vieler Beobachter, der zufolge die deutsche Wirtschaft früher als erwartet aus ihrer schweren Rezession herauszukommen scheint. Einige Experten sehen deshalb BIP-Prognosen für das Gesamtjahr 2009 von minus 6 Prozent oder minus 7 Prozent als revisionsbedürftig. Die Bundesbank selbst hatte im Juni für das laufende Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsaktivität um 6,2 Prozent vorhergesagt. Für 2010 prognostiziert sie eine Stagnation des BIP. Dennoch nehme der Druck auf den Arbeitsmarkt weiter zu. Die Nachfrage nach Arbeitskräften gehe weiter zurück. Von den Energiepreisen abgesehen, verlaufe die Inflationsentwicklung "in ruhigen Bahnen". Sorgenkind KommunalfinanzenDie Gemeindehaushalte wiesen zuletzt nach Bericht der Bundesbank ein Defizit von rund drei Milliarden Euro auf. Im Vorjahr waren sie noch beinahe ausgeglichen. Erstmals seit fünf Jahren unterschritten die Einnahmen ihren Vorjahrswert und gingen mit einer Minusrate von vier Prozent deutlich zurück. Das sei vor allem auf das Wegbrechen von Steuereinnahmen (v.a. Gewerbesteuer) zurückzuführen.