Nach vier von Schrumpfung geprägten Quartalen ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2009 erstmals wieder leicht gewachsen. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lag das Bruttoinlandsprodukt preis-, saison- und kalenderbereinigt 0,3 Prozent höher als im Quartal zuvor und übertraf damit die konjunkturellen Erwartungen der Experten deutlich.
Positive Impulse kamen vor allem vom anziehenden privaten und staatlichen Konsumausgaben und von den Bauinvestitionen. Da die preisbereinigten Importe erheblich stärker zurückgegangen sind als die Exporte, trug auch der Außenbeitrag zum BIP-Wachstum bei. Negative Einflüsse ergaben sich durch einen Abbau der Lagerbestände. Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2009 wurde von 40,2 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 25.000 Personen oder 0,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.Die Finanzmärkte reagierten am 13. August mit Euphorie auf die Erholung der Wirtschaft: Der Dax näherte sich mit 5.455 Punkten seinem Jahreshoch an. "Die Rezession ist vorbei, nicht nur in Deutschland" sagte der Commerzbank-Chef Jörg Krämer dem Berliner Tagesspiegel. Auch Wirtschaftsminister zu Guttenberg äußerte sich zufrieden mit der Entwicklung: "Diese Zahlen sollten uns ermutigen. Sie belegen, dass der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung hinter uns liegen dürfte." Die in die Zukunft weisenden Erwartungs- und Klimaindikatoren signalisierten immer deutlicher, dass sich die positive wirtschaftliche Entwicklung im dritten Quartal fortsetzen könnte. Auch "harte" Indikatoren wie Auftrags-, Produktions- und Exportentwicklung hätten ihre Tiefstände der letzten Monaten überwunden. "Allerdings gibt es keinen Anlass zur Euphorie, denn es ist noch ein weiter Weg bis unsere Wirtschaft das Vorjahresniveau erreicht."DIW-Chef Klaus Zimmermann prognostizierte, dass die befürchtete Entlassungswelle im Herbst angesichts der guten Prognosen wohl ausbleiben werde. Auch die US-Notenbank Federal Reserve erklärte, die amerikanische Konjunktur sei dabei, sich nach nahezu 20 Monaten der Rezession zu stabilisieren.