Im Rahmen geldpolitischer Operationen des Eurosystems gewährt die Bundesbank inländischen Banken Kredite. Die Institute können dafür als Sicherheiten auch Kreditforderungen an Wirtschaftsunternehmen einsetzen. Diese Wirtschaftsunternehmen müssen allerdings "notenbankfähig" sein, also eine hohe Bonität aufweisen. Zur Prüfung der Notenbankfähigkeit setzt die Bundesbank ihr speziell dafür entwickeltes Bonitätsanalyseverfahren ein.
Auch ohne Refinanzierungshintergrund bietet die Bundesbank interessierten Unternehmen eine kostenlose detaillierte Bonitätsanalyse an. Die daraus abgeleitete Bonitätseinstufung stützt sich auf Kennzahlen zu Rentabilität, Innenfinanzierungskraft, Liquidität und Kapitalstruktur und wird in einem sog. Faktenblatt zusammengefasst. Sämtliche Kennzahlen werden für drei aufeinander folgende Jahre dargestellt, um Veränderungen im Zeitablauf sichtbar zu machen. Außerdem werden die relevanten Kennzahlen mit den Ergebnissen der übrigen Branchenunternehmen aus einem über 100.000 Jahresabschlüsse umfassenden Bilanzdatenpool verglichen. Die Einbeziehung von Branchenvergleichswerten ermöglicht den Unternehmen Rückschlüsse auf ihre Stellung im Branchenumfeld und deren Veränderung im Zeitablauf. Mit dieser Form der Aufbereitung bietet die Bundesbank den Unternehmen eine hilfreiche Informationsquelle über ihre individuellen Stärken und Schwächen im Branchenquerschnitt. Alles was die Bundesbank für diesen Service braucht, sind die Jahresabschlussunterlagen aus drei aufeinander folgenden Jahren.Wohnungswirtschaft: Rund 250 Jahresabschlüsse im Jahr 2011 analysiertIm letzten Jahr hat die Bundesbank ca. 30.000 Jahresabschlüsse analysiert, davon 1.300 aus der Region Berlin und Brandenburg. Aus der Wohnungswirtschaft der beiden Bundesländer sind rund 250 Bilanzen eingereicht worden. Gut 200 Unternehmen erhielten das Prädikatsurteil "notenbankfähig".Wie bei allen zugelassenen Ratingquellen, wird auch das Analyseverfahren der Bundesbank laufend überwacht und angepasst. Im Vergleich ist das Bundesbank-Rating in letzter Zeit etwas positiver ausgefallen, da bisher nur auf Ausfälle in Form von Insolvenzen abgestellt wurde. Um alle Ratingtools wieder auf gleiche Augenhöhe zu bringen, berücksichtigt die Bundesbank nach einer Neukalibrierung Anfang des Jahres die im Rahmen der Groß- und Millionenkredite gemeldeten "soft defaults", soweit sie einer bestimmten Materialität und Persistenz entsprechen.Weitere Informationen können der Kurzübersicht "Bonitätsanalyse der Deutschen Bundesbank" entnommen werden, die Sie in elektronischer Form unter der Internetadresse www.bundesbank.de/download/gm/gm_bonitaetsanalyse.pdf finden. Für telefonische Auskünfte steht Ihnen Rainer Guhlich gern unter der Telefonnummer 030/3475 2110 zur Verfügung.
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