So zeigen mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Bundesbürger Interesse an flexiblen Stromtarifen, bei denen der Preis je nach Angebot und Nachfrage variiert. 62 Prozent können sich vorstellen, einen solchen Tarif zu nutzen, wenn er angeboten wird, 14 Prozent wollen ihn auf jeden Fall buchen. Nur drei Prozent lehnen solche flexiblen Angebote grundsätzlich ab. 58 Prozent derjenigen, die an flexiblen Stromtarifen interessiert sind, wollen damit den Verbrauch von Ökostrom fördern, 57 Prozent die eigenen Stromkosten reduzieren. 39 Prozent halten eine solche Abrechnung für grundsätzlich gerechter. Und sechs von zehn Befragten (61 Prozent) möchten smarte Elektrogeräte nutzen, die sich einschalten, wenn Strom günstiger ist.
Stromverbrauch und Stromkosten sind der großen Mehrheit der Bundesbürger wichtig. Bereits heute achten neun von zehn Befragten (92 Prozent) beim Kauf von Elektrogeräten auf den Stromverbrauch und sechs von zehn (60 Prozent) haben sogar schon einmal ein Gerät aussortiert, weil der Stromverbrauch zu hoch war. Gleichzeitig sagt jeder Zweite (49 Prozent), er kenne seinen jährlichen Stromverbrauch nicht. Und mehr als jeder Dritte (37 Prozent) weiß die Höhe seiner monatlichen Abschlagzahlung nicht. Ein Grund dafür dürften unübersichtliche Rechnungen und komplizierte Tarife sein, denn jeder Zweite (52 Prozent) wünscht sich einen besseren Überblick über Stromkosten und Stromverbrauch, etwa über ein Online-Portal, regelmäßige schriftliche Verbrauchsinformationen oder eine entsprechende App auf dem Smartphone. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent), der sich bessere Informationen wünscht, würde dabei gerne den Verbrauch einzelner Geräte ausgewiesen bekommen, um so zum Beispiel Stromfresser zu identifizieren.
Viele Kunden vergleichen Preise, haben aber noch nie den Anbieter gewechselt
Der Wettbewerb zwischen den Stromanbietern wird von den Verbrauchern beobachtet. Drei Viertel (72 Prozent) der Internet-Nutzer haben sich schon einmal online über Strompreise informiert oder dort Preisvergleiche vorgenommen. Nur 16 Prozent haben dazu die Seiten der Stromanbieter genutzt, 55 Prozent spezielle Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox. Damit werden auf diesen Portalen die Strompreise deutlich häufiger verglichen als etwa Mobilfunktarife (44 Prozent) oder Tarife der Krankenversicherung (15 Prozent). Doch tatsächlich gewechselt wird seltener: 55 Prozent der Stromkunden sind ihrem Anbieter stets treu geblieben. Bei den Mobilfunknutzern sind es nur 41 Prozent.
Die überwältigende Mehrheit (93 Prozent) derjenigen, die schon einmal den Stromanbieter gewechselt haben, geben an, dass der neue Versorger billiger gewesen sei. 37 Prozent begründen den Wechsel mit einer Wechselprämie, 36 Prozent wollten Öko-Strom-Tarife nutzen. Bei denjenigen, die noch nie gewechselt haben, überwiegt die Zufriedenheit mit dem Anbieter (81 Prozent), 43 Prozent geben an, der Wechsel sei zu aufwändig. Jeder Fünfte (20 Prozent) hat Angst vor unseriösen Anbietern. Die Digitalisierung der Stromnetze bereitet einigen aber auch in anderer Hinsicht Sorgen. 53 Prozent der Bundesbürger fürchten, dass Hacker ein Stromnetz, das immer mehr von Computern gesteuert wird, lahmlegen könnten. Und jeder Dritte (32 Prozent) meint, dass sein Stromanbieter künftig wissen könne, wann er welches Gerät nutzt und so persönliche Daten über ihn sammelt.
Die Pläne der Bundesregierung, Strom bis 2050 vollständig aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, stoßen in der Bevölkerung auf breite Zustimmung. 78 Prozent der Bundesbürger halten die Energiewende für richtig, nur 19 Prozent lehnen sie ab. „Die dezentrale und ökologische Energieproduktion in kleinen Einheiten ist die überlegene Technologie. Riesige Kraftwerke sind die Dinosaurier der Energieerzeugung und über kurz oder lang zum Aussterben verurteilt“, so Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz. „Damit diese dezentrale Produktion gelingt, brauchen wir Vernetzung, brauchen wir digitale Energienetze.“
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