"BILDUNGSHAUPTSTADT" MÜNCHEN – VORBILD FÜR BERLIN?

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Kann die "Bildungshauptstadt" München ein Vorbild für Berlin sein? Wie prägt ein Bildungsverständnis Schullandschaften? Was können Wirtschaftsunternehmen zum Bildungsauftrag des Staates beisteuern? Fragen, die am 19. Oktober bei der 7. degewo-Veranstaltung "Verantwortung für die Stadt" intensiv diskutiert wurden. "Wir wollen mit der neuen Ausrichtung unserer Veranstaltungsreihe über den Berliner Tellerrand hinaus schauen und suchen dabei aktiv den Vergleich mit anderen Städten aus dem In- und Ausland", sagte degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka. Die rund 120 Gäste im Palais der Kulturbrauerei konnten sich davon überzeugen und erlebten eine spannende Diskussion. Fakt ist: In den unterschiedlichsten Vergleichstest zur Bildung landet München deutlich häufiger auf den vorderen Rängen, während Berlin oft das Nachsehen hat. Was also macht die bayrische Metropole in der Bildungspolitik anders als die Bundeshauptstadt? "München hat mehr Geld, mehr Kontinuität, eine Elite-Förderung und ein deutlich höheres Selbstbewusstsein. Das ‚Mia san Mia‘-Gefühl ist stärker, als das ‚arm, aber sexy‘-Credo Berlins", sagte Dr. Werner Bartens, Leitender Redakteur des Wissenschaftsressorts der Süddeutschen Zeitung und eröffnet damit die lebhafte Debatte. Die Staatssekretärin der Berliner Bildungsverwaltung, Claudia Zinke, sieht die Hauptstadt auf einem guten Weg. 42 Prozent der Berliner Schüler würden beispielsweise das Abitur machen, eine Quote, mit der die Spreemetropole ganz vorne liege. "Wir erhalten zudem eine immer größere Unterstützung aus der Wirtschaft. Zwischen Schule und Unternehmen gibt es aktuell 245 Partnerschaften, Berlins Lehranstalten sind also sehr praxisorientiert", sagte Claudia Zinke. Die Früchte dieser Partnerschaften werde Berlin in den kommenden Jahren ernten.Die große Kontinuität in Bayern lobte auch Ralf Treptow, Schulleiter der Rosa-Luxemburg-Oberschule in Pankow und Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren Berlins e.V.. "In Berlin hat es zu viele Reformen gegeben. Es war allerdings richtig, die Hauptschulen in der Stadt abzuschaffen. Hier können wir uns gar nicht mit dem Flächenland Bayern vergleichen, das – ebenfalls zu Recht – am dreigliedrigen Schulsystem festhält." Mittelfristig, ist Ralf Treptow aber überzeugt, werde sich in ganz Deutschland das zweigliedrige System durchsetzen. Berlin habe sich dann, durch die frühe Einführung der Sekundarschulen, einen Vorsprung erarbeitet. Bildungsstaatssekretärin Claudia Zinke ergänzte: "Wir haben in Berlin eine Klima der Akzeptanz für das neue Schulsystem geschaffen. Jetzt aber muss Kontinuität folgen."An der Diskussion beteiligten sich auch die Gäste. Auf die abschließende Frage von degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka: "Wie erreichen wir die Schüler in den sozial schwachen Quartieren, die sehr oft einen Migrationshintergrund haben und deren Eltern häufig nicht vorleben, dass Bildung auch Aufstieg bedeuten kann", fanden die Teilnehmer allerdings keine Lösung. München sei hier, trotz einer ebenfalls hohen Migrationsquote nicht mit Berlin zu vergleichen. "Wir haben in der Hauptstadt aber viele gute Projekte angeschoben", erläuterte Claudia Zinke, "die gerade diesen Kindern neue Anregungen vermitteln."Unter der Überschrift "Verantwortung für die Stadt" hat die degewo im Jahr 2007 eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, in der zweimal jährlich Zukunftsthemen diskutiert werden. Zu den Gästen zählten bereits der Bestseller-Autor Wladimir Kaminer und Zukunftsforscher Prof. Horst Opaschowski. Die Reihe wird im kommenden Jahr fortgesetzt. Das Thema Bildung spielt für die degewo eine große Rolle. "Die Stärkung und Unterstützung der Bildungsqualität, stabilisiert mittel- und langfristig auch die Wohnquartiere", ist Frank Bielka überzeugt. Mit den Bildungsverbünden Brunnenviertel, Gropiusstadt und Marienfelde hat das kommunale Wohnungsunternehmen dabei bereits erste Erfolg erzielt.

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