Im Rahmen einer Pressekonferenz hat die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, heute die kleinräumige Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke 2007 bis 2030 vorgestellt. Demnach entwickelt sich die Bevölkerungszahl der Stadt weiterhin positiv und trotzt damit dem Bundestrend.
Die Bevölkerungsprognose wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erstellt und basiert auf dem Bevölkerungstand vom 31.12.2007. Die Prognose bildet eine zentrale Planungsgrundlage für die Berliner Verwaltung. Sie ist eine grundlegende Arbeitshilfe, um zukunftssichere Investitions- und Maßnahmenentscheidungen zu treffen, z. B. bei Entwicklungsplanungen für soziale Infrastruktureinrichtungen (Schulen, Krankenhäuser etc.).Senatorin Junge-Reyer: "Berlin ist ein Magnet. Es bleibt weiterhin die attraktive Stadt für junge Menschen in ganz Europa. Berlins Wachstum basiert im Wesentlichen auf der Zuwanderung, auch wenn wir für 2007 und für das erste Halbjahr 2008 eine erfreuliche und deutliche Zunahme der Geburten registrieren konnten. Die Bevölkerungszahl wird von 3,416 Millionen Personen im Jahr 2007 auf 3,476 Millionen im Jahr 2030 ansteigen, dies entspricht einem Plus von 60.000 Personen bzw. 1,7 Prozent. Die Bevölkerung wächst bis 2023 voraussichtlich auf sogar 3,480 Millionen."Berlin sei für Zuziehende attraktiv. Der Wegzug aus der Stadt ins Umland sei weiter rückläufig und lag im Jahr 2007 im Saldo nur noch bei gut 7.000 Personen. Der Senat gehe davon aus, dass Berlin bis zum Jahr 2030 ca. 195.000 Personen durch Wanderungen gewinne. Junge-Reyer: "Ddas entspricht etwa der Einwohnerzahl von Kassel." Alternde BevölkerungDie Stadt sei besonders für junge Menschen attraktiv. Das zeige der positive Saldo bei den 18-35-jährigen von jeweils 20.000 Personen, der 2006 und 2007 zu verzeichnen war. "Aber wir müssen wir uns genauso wie im übrigen Europa mit der Tatsache auseinandersetzen, dass die Gesellschaft insgesamt altert", so die Senatorin. Das Durchschnittsalter der Berlinerinnen und Berliner werde sich von 42,5 Jahren 2007 auf 45,3 Jahre 2030 erhöhen. Die Gruppe der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von 18 bis unter 65 Jahre nehme bis zum Jahr 2030 um fünf Prozent (115.900 Personen) ab, während die Altersgruppe der 65 bis unter 80-jährigen um 14 Prozent zunehme. "Bauliche Barrieren müssen abgebaut, neue Wohnformen wie generationenübergreifendes Wohnen in der Innenstadt gefördert werden", so die Senatorin. Entwicklung nach Bezirken sehr unterschiedlichDie Bevölkerungsentwicklung in den einzelnen Berliner Bezirken dürfte sehr unterschiedlich verlaufen. Einen erheblichen Bevölkerungszuwachs werde Pankow erleben. 2030 würden hier voraussichtlich 13 Prozent mehr Menschen dort leben als derzeit. Der Bezirk Pankow verfüge über erhebliche Flächenpotenziale. Auch Treptow-Köpenick werde deutlich wachsen, der Südwesten Berlins leicht. Die Innenstadt bleibe weiter attraktiv: Friedrichshain-Kreuzberg plus vier, Mitte plus drei und Charlottenburg plus zwei Prozent bis 2030. Marzahn-Hellerdorf habe die wesentlichsten Schrumpfungsprozesse bereits hinter sich. Die Großsiedlungen hier würden nur noch geringfügig Bewohner verlieren, während gleichzeitig Kaulsdorf und Mahlsdorf zulegen würden. Mit Bevölkerungsrückgang sei in Spandau und Reinickendorf mit einer Abnahme um bis zu sechs Prozent am stärksten. Die detaillierten Prognoseergebnisse werden nach Kenntnisnahme durch den Senat im 2. Quartal 2009 als Broschüre und im Internet veröffentlicht werden.