Nach einer Prognose des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland kommen auf Brandenburg bis zum Jahr 2025 die mit Abstand geringsten Bevölkerungsverluste aller ostdeutschen Bundesländer zu. Grund hierfür sind massiv Zuzüge von Berliner in den "Speckgürtel".
Wie eine aktuell vom dpa-Infodienst RegioData vorgelegte Auswertung der Prognose ergab, wird die deutsche Bevölkerung bis 2025 im Durchschnitt um 1,8 Prozent schrumpfen. Diese Zahl ist angesichts der weit auseinander klaffenden Schere zwischen den wachsenden und den schrumpfenden Regionen wenig aussagekräftig: Sie reicht vom sächsischen Hoyerswerda, für das die Prognose einen Bevölkerungsrückgang um fast 40 Prozent vorhersagt, bis zum Großraum München, dessen Einwohnerzahl um großflächig um mehr als zehn Prozent zunehmen wird.Dramatisch ist dabei die Lage in Ostdeutschland: Bedingt durch Abwanderungen und Geburtenmangel werden die Einwohnerzahlen in Sachsen bis 2025 um 13 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern um 15,1 Prozent, in Thüringen um 15,2 Prozent und in Sachsen-Anhalt um 18 Prozent sinken. Für Brandenburg hingegen prognostiziert RegioData einen Gesamtrückgang um lediglich 4,65 Prozent auf 2,41 Millionen Einwohner. Für Berlin wird ein leichter Zuwachs von 0,17 Prozent auf 3,4 Millionen Einwohner vorausgesagt. Grund für die Sondersituation Brandenburgs sind die massiven Zuzüge aus Berlin in den "Speckgürtel", die allerdings das Bevölkerungsgefälle zur Peripherie weiter verschärfen werden.In der Liste der 15 deutschen Landkreise, die mit der stärksten Schrumpfung ihrer Bevölkerung rechnen müssen, befinden sich mit Frankfurt (Oder) und Oberspreewald-Lausitz lediglich zwei brandenburgische Kreise. Zu den Top-15-Landkreisen mit den größten Zuwächsen zählen nur zwei ostdeutsche Kreise – beide in Brandenburg gelegen (Havelland und Barnim).Innerhalb Brandenburgs werden sich die Kontraste weiter verschärfen, so dpa: Während für sieben brandenburgische Kreise sowie Potsdam und Berlin Bevölkerungszuwächse vorausgesagt werden, müssen die übrigen zehn Brandenburger Kreise bzw. kreisfreien Städte mit zum großen Teil massiven Verlusten fertig werden: Landkreis Prognose bis 2025 Landkreis Prognose bis 2025 Havelland + 11.35 % Oder-Spree - 10.60 % Barnim + 10.99 % Ostprignitz-Rupin - 13.62 % Potsdam-Mittelmark + 10.75 % Brandenburg/Havel - 18.03 % Oberhavel + 10.08 % Spree-Neiße - 20.33 % Märkisch-Oderland + 6.92 % Cottbus - 21.02 % Dahme-Spreewald + 3.96 % Elbe-Elster - 21.12 % Teltow-Fläming + 3.56 % Prignitz - 22.17 % Potsdam + 0.97 % Uckermark - 22.86 % Berlin + 0.17 % Oberspreewald-Lausitz - 28,19 % Frankfurt (Oder) - 28.35 % Quelle: Der Tagesspiegel