Nur geringer Anstieg gegenüber 2005 erwartet
Berlin, den 9. November – Derzeit werden viele Betriebskostenabrechnungen für das Jahr 2006 zugestellt. Zumindest die etwa 1,3 Millionen Mieter bei den Berliner Mitgliedsunternehmen des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) dürften diesem Brief gelassen entgegensehen können. Der BBU hat die Daten für 120.000 Wohnungen in Berlin ausgewertet und festgestellt: Im Durchschnitt sind hier die Betriebskosten im Vergleich zu 2005 nur leicht gestiegen. "Angesichts der erneuten Preissteigerungen z.B. bei Wasser, Öl und Gas ist das eine gute Nachricht", kommentierte BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt die Zahlen. "Auf Grundlage der aktuellen Betriebskostenabrechnungen für 120.000 Berliner Wohnungen können wir eine verlässliche Hochrechnung für den gesamten Wohnungsbestand der Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen vorlegen. Wir erwarten für 2006 durchschnittliche warme Betriebskosten von 2,10 je Quadratmeter. 2005 waren es 2,07 Euro. Damit haben wir einen durchschnittlichen Anstieg um drei Cent oder 1,5 Prozent je Quadratmeter", so Burkardt. Die Steigerung resultiere vor allem aus einer leichten Zunahme bei den abgerechneten Betriebskosten für Heizung und Warmwasser. "Im Schnitt stiegen die abgerechneten Kosten hier um drei Cent, von 69 Cent je Quadratmeter 2005 auf 72 Cent 2006." Warmer Winter, sparsame Mieter, Modernisierungsinvestitionen, hoher FernwärmeanteilDer warme Winter 2006 habe einen wichtigen Beitrag zur günstigen Betriebskostenentwicklung geleistet: "Das hat den Mietern das Sparen erleichtert." Außerdem zahlten sich die Modernisierungsinvestitionen der Wohnungsunternehmen aus. Die Berliner Mitgliedsunternehmen des BBU hätten seit 1991 rund 6,6 Milliarden Euro in die Modernisierung ihrer Bestände investiert. 58 Prozent der Bestände seien vollständig, 29 Prozent teilweise modernisiert. Der Anteil modernisierter Wohnungen sei im Ostteil der Stadt höher als im Westteil. "Daher sind die Betriebskosten im Ostteil auch tendenziell niedriger." Niedergeschlagen habe sich auch die konsequente Umstellung auf kostengünstige Heizenergieträger. Über 60 Prozent der Bestände der Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen würden mittlerweile mit Fernwärme beheizt. Deren Preis sei 2006 zwar auch gestiegen. "Mit 3,5 Prozent ist die Steigerung hier aber eher gering ausgefallen. Beim Gas hatten wir 2006 einen Anstieg von über 31 Prozent." "Verbraucher sparen Versorger reich"Burkardt kritisierte erneut die Preispolitik der Ver- und Entsorger. Die Sparbemühungen der Mieter und die Investitionsanstrengungen der Vermieter würden durch die ständigen Preisanhebungen bei Wasser und Energie aufgezehrt. "Die Politik muss auf den Ver- und Entsorgermärkten endlich für mehr Transparenz und Wettbewerb sorgen", forderte Burkardt. "Die Wohnungsunternehmen investieren Milliarden in ihr Betriebskostenmanagement. Die Investitionsdividenden werden dann aber letztlich von den Ver- und Entsorgern eingestrichen." Unter dem Dach des BBU sind 368 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften der Länder Berlin und Brandenburg vereint. Die BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaften gut 1,1 Millionen Wohnungen. Das sind über 40 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und fast 50 Prozent der Mietwohnungen im Land Brandenburg.