Betriebskostenmanagement und sparsamer Verbrauch zahlen sich aus
Berlin, den 20. Dezember – Heute legte der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) seine Auswertung der Entwicklung der Betriebskosten in Berlin und Brandenburg für das jetzt laufende Abrechnungsjahr 2006 vor. Für Berlin ergab sie einen monatlichen Durchschnittswert von 2,10 Euro/qm, für das Land Brandenburg 1,97 Euro/qm. Gegenüber den abgerechneten Betriebskosten 2005 entspricht das einer Steigerung von 1,5 Prozent in Berlin und gut sechs Prozent im Land Brandenburg.2005 hatten die abgerechneten durchschnittlichen Betriebskosten in Berlin bei 2,07, im Land Brandenburg bei 1,85 Euro/qm monatlich gelegen. Die teilweise starken Preissteigerungen bei Energie, Wasser, Müllabfuhr und Grundsteuern 2006 hätten nur abgeschwächt auf die Betriebskostenabrechnungen durchgeschlagen, kommentierte BBU-Vorstandsmitglied Ludwig Burkardt die Zahlen. Dies habe vor allem zwei Gründe: Erstens zahlten sich die Modernisierungsinvestitionen der Wohnungsunternehmen aus. Über 80 Prozent der Wohnungen der BBU-Mitgliedsunternehmen seien teilweise oder vollständig modernisiert. Zweitens hätten die Verbraucher auch 2006 gespart und z.B. weniger geheizt.Burkardt: "Vermieter investieren, Mieter sparen. Abgeschöpft wird die Dividende dieser Anstrengungen aber von den Ver- und Entsorgern. Die Verbraucher sparen die Versorger reich." 2006 waren die Preise für Gas im Vergleich zu 2005 um knapp 18, für Heizöl um fast elf Prozent geklettert.Breite DatenbasisDie vom BBU vorgelegten Zahlen basieren auf der Auswertung der liegenschaftsgenauen Betriebskostenabrechnungen für knapp 160.000 Berliner und rund 175.000 brandenburgische Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern. Dargestellt werden die kalten und warmen Betriebskosten ohne Aufzug. Zur Verfügung gestellt wurden die Daten von BBU-Mitgliedsunternehmen. Die Studie werde nach standardisierten wissenschaftlichen Methoden erstellt und sei daher belastbar, so Burkardt.Rückfall in die Vormoderne? Angesichts des immer stärkeren Preisdrucks seitens der Ver- und Entsorger forderte Burkardt von der Politik, dass diese mindestens ihre bislang bestehenden Preisregulierungskompetenzen konsequent wahrnehmen und nötigenfalls auch neue schaffen müsse. "Angesichts der schon wieder angekündigten Preissteigerungen beim Gas stellt sich die Frage, ob einkommensschwächere Haushalte bald überhaupt noch ausreichend heizen können. Wie früher haben wir dann vielleicht die Situation, dass in einer Wohnung allenfalls nur noch ein Zimmer geheizt wird. Mit Wohnkomfort und Wohnhygiene hätte dieses Ergebnis der Preistreiberei der Ver- und Entsorger nur noch wenig zu tun."Unter dem Dach des BBU sind 368 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften der Länder Berlin und Brandenburg vereint. Die BBU-Mitgliedsunternehmen bewirtschaften gut 1,1 Millionen Wohnungen. Das sind über 40 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und fast 50 Prozent der Mietwohnungen im Land Brandenburg.