Mit dem Berliner Wärmeplan 2026 liegt erstmals ein gesamtstädtischer strategischer Rahmen für die Transformation der Wärmeversorgung vor. Er wurde von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt erarbeitet und bildet die Grundlage für die klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045. Der Wärmeplan dient der Orientierung und Planungssicherheit für Eigentümerinnen und Eigentümer, Energieversorger, Verwaltung und Wohnungswirtschaft. Ergänzend entsteht mit der neuen Wärmewendeagentur eine zentrale Anlaufstelle zur Umsetzung vor Ort.
Der Berliner Wärmeplan 2026 folgt den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes und enthält eine umfangreiche Bestands‑ und Potenzialanalyse, ein Zielszenario zur klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 sowie eine Umsetzungsstrategie mit rund 40 Maßnahmen.
Wesentliche Ergebnisse:
- Wärmeversorgungsgebiete: Die Stadt wurde in voraussichtliche Versorgungszonen eingeteilt, die Aufschluss über mögliche Wärmeversorgungsarten – Fernwärme, Nahwärme oder dezentrale Systeme – geben.
- Status quo: Etwa 40 % der Berliner CO₂‑Emissionen entstehen derzeit durch die Wärmebereitstellung. Erdgas, Heizöl und Fernwärme dominieren, der Anteil erneuerbarer Energien liegt bei nur 6 %.
- Zielszenario 2045: Wärmepumpen und Wärmenetze sollen künftig über 95 % der Wärme liefern. Der Endenergieverbrauch für Wärme soll um rund 20 % sinken.
- Handlungsfelder: Verbesserte Energieeffizienz im Gebäudebestand, Ausbau erneuerbarer Wärmequellen wie Geothermie, Solarthermie und Abwärme, sowie die Dekarbonisierung und Verdichtung bestehender Fernwärmenetze.
- Soziale Aspekte: Die langfristige Stabilisierung der Wärmekosten und transparente Preisgestaltung bei Fernwärme werden als Ziel ausdrücklich betont.
Die digitale Wärmekarte des Wärmeplans erlaubt die Adresssuche nach Versorgungsgebieten und bietet Erläuterungen zu verfügbarer Infrastruktur sowie Kontaktmöglichkeiten zu Netzbetreibern.
Zur Umsetzung der Wärmewende gründet Berlin die Wärmewendeagentur unter dem Dach der Berliner Energieagentur (BEA). Sie bündelt Beratung, Information und Vernetzung für öffentliche und private Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Bezirke. Finanziert durch das Land Berlin, soll die Agentur ab Sommer 2026 starten.
Veranstaltungshinweise
Anlässlich der Veröffentlichung des Berliner Wärmeplans lädt die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt am Montag, 29. Juni 2026, zu einer Informationsveranstaltung unter dem Titel „Wie heizen wir zukünftig in unserer Stadt?“ ein.
Ort: KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Am Sudhaus 3, 12053 Berlin, Beginn um 17 Uhr.
Für die Wohnungswirtschaft bietet der BBU für seine Mitgliedsunternehmen am 8. Juli 2026 eine Online‑Verbandskonferenz zum Berliner Wärmeplan an, in der die Ergebnisse und Auswirkungen für Mitgliedsunternehmen vorgestellt und diskutiert werden.
Informationen und Anmeldung (nur für BBU-Mitgliedsunternehmen!)
Einordnung / Relevanz für die Wohnungswirtschaft
Für die Berliner Wohnungsunternehmen bietet der Wärmeplan eine neue planerische Orientierung in der Dekarbonisierung der Bestände. Er schafft Transparenz über künftige Versorgungsoptionen und mögliche Netzanschlüsse und liefert eine Grundlage für strategische Sanierungs‑ und Investitionsentscheidungen.
Die Wärmewendeagentur kann für kommunale wie genossenschaftliche Wohnungsunternehmen eine wichtige Schnittstelle sein – insbesondere bei Quartierslösungen, der Identifikation geeigneter Wärmenetze und der Nutzung von Förderprogrammen.
Quellen: BBU; Berliner Energieagentur; Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
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