Berliner Modellprojekt "Housing First" startet

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Das in den USA entwickelte Konzept "Housing First" zur Beendung von Obdachlosigkeit ist inzwischen in vielen europäischen Städten erprobt. Auf der Straße lebendende Menschen erhalten nun auch in Berlin ohne Vorbedingungen eine Wohnung mit eigenem Mietvertrag. Ein Beratungs- und Unterstützungsangebot steht den Betroffenen begleitend zur Verfügung. Dies teilte die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Soziales am 8. Oktober 2018 mit. Projektpartner sind die Neue Chance gGmbH und die Berliner Stadtmission. Nach intensiver Vorbereitung zwischen den Trägern und der Senatsverwaltung wird das Konzept nun im Rahmen eines Modellprojektes in Berlin erprobt.

Insgesamt sollen über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu 80 wohnungslose Menschen mit einer eigenen Wohnung versorgt werden. Die Projektträger übernehmen auch die Wohnungsakquise. Die Senatssozialverwaltung stellt für dieses Jahr 195.000 Euro und im kommenden Jahr 580.000 Euro zur Verfügung. Die Projekte werden wissenschaftlich begleitet.

Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach: „Ich freue mich, dass wir nun auch in Berlin mit Housing First beginnen. Das Wichtigste ist, dass wohnungs- und obdachlose Menschen wieder eine Wohnung bekommen und mit Hilfeangeboten den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben finden. Da die Miete nach der AV-Wohnen 20 Prozent über dem regulären Richtwert liegen darf und vom Jobcenter oder Sozialamt übernommen wird, hoffe ich auf die Unterstützung von Vermieterinnen und Vermietern.“

Die Neue Chance gGmbH ist in Bezug auf die Akquise geeigneter Wohnungen optimistisch: „Housing First ist nicht Housing only“, sagt Geschäftsführer Ingo Bullermann. „Wir gewährleisten ein intensives und hochflexibles Betreuungsangebot, mit dem wir auch Vermieter überzeugen können.“

Der Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Berlin bietet Hilfe speziell für Frauen an. Elke Ihrlich, Bereichsleiterin beim SkF e. V. Berlin: „Der SkF steht für Frauensolidarität. Als Frauenverband suchen wir Wohnungen für Frauen. Obdachlose Frauen sind dem Leben auf der Straße mit besonderer Härte der Gewalt ausgesetzt und brauchen einen sicheren Schutzraum. Bei Housing First für Frauen können sie sich erholen und Kraft schöpfen. Der SkF steht ihnen beratend zur Seite - wenn die Frauen es wollen. Wir setzen auf Empowerment und die Kraft der eigenen Ideen der Frauen.”

Ansprechpersonen

 Silke Schendel
Silke
Schendel

Referentin

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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