BERLIN IST HAUPTSTADT DER SCHWARZARBEIT – UND MACHT GEGEN SIE MOBIL

PDF
In Berlin werden pro Jahr rund 17,5 Milliarden Euro am Fiskus vorbei erwirtschaftet, das entspricht etwa einem Fünftel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Hauptstadt. Dies geht aus einer Studie hervor, die am 12. Juni von der IHK Berlin, der Handwerkskammer und der Fachgemeinschaft Bau vorgestellt wurde. Danach werden bundesweit jährlich 16 Prozent des BIP durch illegale Beschäftigung erwirtschaftet, was einem Gesamtvolumen von 360 Milliarden Euro entspricht. 70 bis 80 Prozent der Bürger seien in irgendeiner Weise an Schwarzarbeit beteiligt, die entstehenden Steuerausfälle belaufen sich auf einen dreistelligen Milliardenbetrag, schätzt die Studie. Doch nicht nur der Staat sei negativ betroffen, die Schwarzarbeit führe auch zu massiven Einnahmeverlusten bei den Sozialversicherungen und vernichtet durch ihre wettbewerbsverzerrende Wirkung auch reguläre ArbeitsplätzeUm die Schattenwirtschaft in Berlin stärker zu bekämpfen, stellten die Herausgeber der Studie gemeinsam mit Wirtschaftssenator Wolf ein Maßnahmenpaket vor,. Es sieht die Hauptursache für Schwarzarbeit in den extrem hohen Arbeitskosten in Deutschland. "Eine Senkung der Steuer- und Abgabenlast ist deshalb zwingend erforderlich", sagte IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer. Das Papier schlägt ein ganzes Maßnahmenbündel zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft vor. Besonders wichtig sei es, die finanziellen Anreize zu mindern und reguläre Arbeit billiger zu machen. Als weitere Maßnahmen sieht das Papier u.a. strengere Kontrollen vor. Zudem müsse das Unrechtsbewusstsein der Bevölkerung gesteigert werden. Dann werde durch mehr soziale Kontrolle auch das Entdeckungsrisiko erhöht.