BERLIN: HAUPTSTADT DER NIEDRIG-EINKOMMEN, ABER NICHT DER SINGLES

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Nach den GfK Bevölkerungsstrukturdaten 2010 leben in keiner deutschen Großstadt so viele Menschen, die mit weniger als 1.100 Euro monatlichem Haushaltseinkommen auskommen müssen, wie in Berlin. 24,8 Prozent aller Berliner Haushalte fallen in diese Einkommenskategorie – im Bundesdurchschnitt sind es 14,3 Prozent, in Hamburg 19,9 und in München 6,1 Prozent. Bei den GfK Bevölkerungsstrukturdaten handelt es sich um soziodemografische Daten auf verschiedenen regionalen Ebenen. Sie beschreiben Bevölkerung und Haushalte in Deutschland hinsichtlich ihrer Haushaltsstruktur (Single- und Mehrpersonenhaushalte mit und ohne Kinder sowie Ausländerhaushalte), der Altersstruktur (Alter des Haushaltsvorstands) sowie der Einkommensstruktur (also der Unterscheidung von sieben Einkommensklassen). Daneben liegen auch Daten zur Bebauungsstruktur (Ein-, Zwei-Familienhäuser und so weiter) vor.Unter dem Haushaltseinkommen versteht die GfK dabei die Summe aller Einnahmen aus Gehältern, Renten, Kindergeld, Transfereinkommen usw. Dabei gilt der Status von Haushalten mit einem Einkommen von weniger als 1.100 EUR als "niedrig". Als "mittel" bezeichnen die Marktforscher den Status von Haushalten mit einem Gesamteinkommen zwischen 1.100 und 2.600 Euro. Zu den hohen Einkommensklassen gehören Haushalte mit Einkommen über 2.600 Euro. Hierzu zählen bundesweit 45,6 Prozent der Haushalte, in Berlin sind es 30,7 Prozent.Für Topverdiener-Haushalte weist die Studie eine separate Einkommensklasse aus, die bei einem monatlichen verfügbaren Einkommen von 7.500 Euro beginnt. Im Bundesdurchschnitt fallen 3,1 Prozent der Haushalte in diese Kategorie, in Berlin sind es mit 1,54 Prozent deutlich weniger. Überdurchschnittlich viele reiche Haushalte leben in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die höchsten Anteile der Topverdiener finden sich in den kaufkraftstarken Regionen um München und Frankfurt. Hier fallen bis zu 17 Prozent der Haushalte in die Kategorie der Topverdiener.Berlin ist nicht mehr "Single-Hauptstadt"Nach den GfK-Daten waren im vergangenen Jahr 54,4 Prozent der Berliner Haushalte Single-Haushalte (Bundesdurchschnitt: 40,0 %). Mit einem Single-Anteil von 55,8 Prozent hat damit Regensburg Berlin den Titel als deutsche Single-Hauptstadt abgenommen. Generell ist der Anteil junger Haushalte und damit auch der Ein-Personen-Haushalte dort besonders hoch, wo eine mittelgroße Stadt eine – auf die Einwohnerzahl bezogen – große Universität oder Hochschule bietet. In Berlin waren 24,7 Prozent der Haushalte Mehrpersonen-Haushalte ohne Kinder (Bund: 31,0 %), in 20,9 Prozent der Berliner Haushalte lebten Familien mit Kindern (Bund: 29,0 %).Altersstruktur: Senioren-Haushalte überwiegenBezogen auf die Altersstruktur haben die Senioren-Haushalte mit bundesweit 34,5 Prozent den größten Anteil in Deutschland. Danach folgen die 40- bis 49-Jährigen mit 21,4 Prozent, die 50- bis 59-Jährigen mit 17,1 Prozent sowie die 30- bis 39-Jährigen mit 15,3 Prozent. Der Anteil der "jungen" Haushalte ist mit 11,6 Prozent bundesweit am geringsten. Den größten Anteil junger Haushalte findet man wie in den Vorjahren in Universitätsstädten wie Greifswald. (21,5 %), Leipzig und Jena (21,1 bzw. 20,1 %).In Berlin hatten im Jahr 2010 29,8 Prozent der Haushalte eine Altersstruktur jenseits der 60. 15,8 Prozent machten Haushalte zwischen 50 und 59 Jahre aus, 20,4 Prozent entfielen auf Haushalte zwischen 40 und 49 Jahre. Personen im Alter von 30 bis 39 Jahren lebten in 17,7 Prozent der Haushalte, die "jungen" Haushalte (unter 30) machten 16,3 Prozent aus.Ausländeranteil: Berlin nur auf Rang 37Neben den Familienstrukturen zeigt die Studie auch weitere demographische Entwicklungen, darunter den regionalen Ausländeranteil. Offenbach am Main, München und Ludwigshafen haben den größten Anteil an ausländischen Mitbürgern. Berlin kommt mit 12,7 Prozent lediglich auf Rang 37.

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