Am Jahresende 2007 erhielten bundesweit rund 312.000 Menschen laufender Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII "Sozialhilfe"). Das waren 2,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die höchste Empfängerquote war dabei mit 7,4 Empfängern je 1.000 Einwohner in Berlin zu verzeichnen, den geringsten Anteil an der Gesamtbevölkerung hatten Sozialhilfe-Empfänger in Baden-Württemberg (1,3 Empfänger je 1.000 Einwohner).
Von den 312.000 Empfängern bezogen 88.000 Personen (28%) laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen. Dies entspricht einem Anstieg von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil dieser Hilfebezieher an der Bevölkerung lag wie im Vorjahr bei 0,1 Prozent. Infolge des zum 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt ("Hartz IV") ging die Zahl der Hilfebezieher außerhalb von Einrichtungen drastisch zurück. Ende 2004, also unmittelbar vor Inkrafttreten von "Hartz IV", hatten noch rund 2,9 Millionen Personen oder 3,5 Prozent der Bevölkerung diese Hilfeleistung bezogen. Seit 2005 erhalten ehemalige Sozialhilfeempfänger im engeren Sinne, die grundsätzlich erwerbsfähig sind, sowie deren Familienangehörige Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) "Grundsicherung für Arbeitsuchende". Dieser Personenkreis wird seit 2005 nicht mehr in der Sozialhilfestatistik nachgewiesen. Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen erhalten seit Anfang 2005 somit zum Beispiel nur noch vorübergehend Erwerbsunfähige, längerfristig Erkrankte oder Vorruhestandsrentner mit niedriger Rente.Rund 87 Prozent der Hilfebezieher waren Deutsche, 11.000 waren ausländische Mitbürger. Die Empfängerquote der Ausländer (1,6 Hilfebezieher je 1.000 Einwohner) lag höher als die der Deutschen (1,0 Hilfebezieher je 1 000 Einwohner). Etwas mehr als die Hälfte der Leistungsempfänger (52%) war männlich. Rund 18 Prozent der Empfänger waren Kinder unter 18 Jahren. Das Durchschnittsalter der Hilfebezieher lag bei 41 Jahren.Die rund 88.000 Empfänger von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen lebten in 80.000 Haushalten, von denen gut drei Viertel Einpersonenhaushalte waren.Insgesamt wandten die Kommunen und die überörtlichen Sozialhilfeträger für die Hilfe zum Lebensunterhalt im Jahr 2007 netto, das heißt nach Abzug insbesondere von Erstattungen anderer Sozialleistungsträger, 765 Millionen Euro auf. Dies entspricht einer Steigerung von 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.