Am 14. Juli 2009 berichtete Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer im Rahmen der Senatssitzung zum aktuellen Sachstand der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung, die als gemeinsame Richtschnur künftig für das sozialraumorientierte Planen und Handeln von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft in Berlin dienen soll.
Der Ansatz der Rahmenstrategie orientiert sich dabei an den kleinteiligen sozio-ökonomischen Verhältnissen in der Stadt. Senat und Bezirke haben diese in Form der Lebensweltlich orientierten Räume (LOR), die sich im Wesentlichen an Bau-, Sozial- und Milieustrukturen orientieren, für ganz Berlin festgelegt. In Zukunft sollen diese als weiteres Steuerungselement beim ressort- und fachübergreifenden Planen und Handeln berücksichtigt werden und den zielgenauen und effektiven Einsatz von Maßnahmen und Instrumenten sowie Fördergeldern zur Aufwertung verschiedener Teile der Stadt ermöglichen.Aufbauend auf der zehnjährigen Erfahrung mit dem ressortübergreifenden Ansatzes des Quartiersmanagements sollen alle Senatsressorts und Bezirke bei der Erarbeitung der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung ihre Kompetenzen erweitern und eine Zusammenarbeit aller relevanten Träger der Stadtentwicklung zum Wohle des jeweiligen Stadtteils ermöglichen. Dazu sollen vor allem die Bezirksverwaltungen stärker integriert arbeiten und Ressourcen anderer Fachämter nutzen, um gemeinsame Synergieeffekte herzustellen. Andererseits sollen die Akteure vor Ort - Bürgerinitiativen, Vereine oder einzelne engagierte Bürgerinnen und Bürger - mehr eigene Handlungskompetenz erhalten und gemeinsam mit Politik und Verwaltung die Lebensnähe sozialpolitischer Maßnahmen erhöhen. Die Rahmenstrategie ist zum heutigen Zeitpunkt allerdings erst in ihrem theoretischen Rahmen, in Form des "Handbuchs zur Sozialraumorientierung", umrissen. Das Handbuch besteht aus den vom Senat bereits beschlossenen "Grundsätzen", aus einem "Leitfaden Sozialraumorientierung", aus fünf konkreten "Handreichungen" für die Umsetzung in der Praxis und aus dem Entwurf einer "Programmatischen Erklärung von Senat und Rat der Bürgermeister zur Umsetzung der Sozialraumorientierung".An der Erarbeitung der "Handreichung für eine aktive Einbindung der Wohnungswirtschaft in die Entwicklung von Stadtteilen" beteiligt sich, zusammen mit weiteren Wohnungsunternehmen, auch der BBU. Darüber hinaus begleitet der Verband aktuell Mitgliedsunternehmen mit Beständen in Neukölln bei der Durchführung eines Modellprojekts in dessen Rahmen in Neukölln die Möglichkeiten der Sozialraumorientierung und der Lebensweltlich orientierten Räume für die Wohnungswirtschaft ausgelotet werden sollen.Bis sich neue Strukturen und Verfahrensabläufe etabliert haben, wird aufgrund der Vielzahl der Akteure und des Umgangs mit dem neuen Instrument der Sozialraumorientierung noch einige Zeit vergehen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind folgende Instrumente vorgesehen:• Im Senat wird eine Koordinationsstelle eingerichtet, die das angestrebte ressortübergreifende Arbeiten zwischen Senat und Bezirken koordinieren soll.• Außerdem haben Senat und Bezirke sich darauf verständigt, dass in allen Bezirken eine so genannte "Sozialraumorientierte Planungskoordination" eingerichtet wird. Diese soll für die Stadtteile die verschiedenen Fachdaten verknüpfen, Planungen und Aktivitäten koordinieren und auch Anlaufstelle der lokalen Akteure im jeweiligen Kiez sein.• Der Senat plant des Weiteren eine Internetplattform, über die sich alle beteiligten Akteure und Einrichtungen über positive Beispiele, aktuelle Projekte und Termine informieren können.Der Senat hat den Bericht am 14. Juli 2009 zur Kenntnis genommen und an den Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme weitergereicht. Danach ist vorgesehen, dass der Teilbericht "Handbuch zur Sozialraumorientierung" vom Senat beschlossen wird, um dadurch zur gemeinsamen Richtschnur für das künftig sozialraumorientierte Planen und Handeln in Berlin zu werden.