Welche Auswirkungen haben langfristiger Bevölkerungsrückgang und demographischer Wandel auf den Verkehr in unseren Städten und auf seine Finanzierung? Dieser Frage stellen sich Politiker und Verkehrsplaner aus Berlin und seinen europäischen Partnerstädten am 16. und 17. März 2007 in der Europäischen Akademie für städtische Umwelt (EAUE).
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat nach einer ersten Veranstaltung im November 2006 nunmehr zur zweiten Fachkonferenz "Wohlstand, Mobilität und demographischer Wandel in europäischen Städten" eingeladen, die gemeinsam mit dem Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung der Technischen Universität und der EAUE vorbereitet wurde. Deutschland wird - trotz kontinuierlicher Zuwanderung - in den nächsten vier Dekaden einen Bevölkerungsrückgang von bis zu 25 Prozent zu bewältigen haben. Selbst in Städten mit geringem Bevölkerungsverlust wird rund ein Drittel der Einwohner dann älter als 65 Jahre sein, Kinder und Jugendliche werden nur nocheinen Anteil von weniger als 15 Prozent haben. Die Zahl der Erwerbstätigen wird sinken. Diese Trends werden auch Berlin verändern. Der demographische Wandel ist schon heute bei den sozialen Sicherungssystemen für jeden Einzelnen spürbar. Auf dem Arbeitsmarkt fehlen in etlichen Branchen zunehmend Fachkräfte. Die Wohnungswirtschaft stellt sich auf die Nachfrageveränderungen ein. Was aber bedeutet der Bevölkerungsrückgang für die städtische Verkehrsinfrastruktur und den innerstädtischen Verkehr? Was folgt für die Anbieter von öffentlichem Nahverkehr, wenn die jungen Paare, die heute Neubausiedlungen vor den Toren der Städte bewohnen, 2050 Senioren sein werden? Was muss die Verkehrsplanung berücksichtigen, damit die Unterhaltungskosten der Schienen- und Straßeninfrastruktur langfristig getragen werden können, wenn das Steueraufkommen sinkt?Während der von der Europäischen Kommission geförderten Konferenz werden kommunale Vertreter aus Budapest, Madrid, Prag, Warschau und Wien über Veränderungen der Verkehrsnachfrage diskutieren und erörtern, wie diese Entwicklungen heute in der Verkehrsplanung berücksichtigt werden.