"Die wenigsten von Ihnen werden vermutlich schon einmal ein Gewölbe in Ihren Immobilien verbaut haben", begrüßte Superintendent Dr. Reinhart Müller-Zetzsche die Gäste. "Aber genau das machen wir hier in der Marienkirche - in gut 20 Metern Höhe."
Er ist für die Bauorganisation des Projektes zuständig, Bauherrin selbst ist die Kirchengemeinde Prenzlau. Die Mittel für diese einmalige Baustelle kommen größtenteils aus dem Bundeshaushalt, konkret aus dem Amt der Staatsministerin für Kultur und Medien, außerdem aus dem Landeshaushalt des Landes Brandenburg und von der Kirche selbst.
Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf 3,47 Millionen Euro, um das im Krieg zerstörte Kirchengewölbe wieder herzurichten. Pläne aus dieser Zeit gibt es kaum. "Zeichnungen aus dem 14. Jahrhundert gibt es natürlich nicht, sie wären im Laufe der Jahre aber sowieso verloren gegangen. Wir haben die Marienkirche mit Laser vermessen und uns andere Gewölbe aus dieser Zeit angeschaut, um mit Vergleichsberechnungen ein möglichst historisch genaues Konzept erstellen zu können." Das erste Joch des Gewölbes – also der Querbogen über beide Seitenschiffe und das breitere Mittelschiff – ist bereits fertig, sechs weitere werden folgen. Insgesamt werden die Gewölbe eine Fläche von ca. 2.000 Quadratmetern umfassen und 450 bis 500 Tonnen wiegen. "Genau kann man das Gewicht nicht bestimmen, dafür müsste man außer den Steinen ja auch jede Fuge aufaddieren."
Die im Gewölbe verbauten Formsteine, sogenannte Rippensteine, werden aufwendig nach Maß angefertigt. "Es ist ein besonderes, fast einmaliges Projekt, das wir hier in der Marienkirche realisieren dürfen. Und wir freuen uns schon jetzt auf die ersten Besucher, auf die alteingesessenen Prenzlauer, die ihre Kirche noch mit Gewölbe kennen." Nach Fertigstellung der Bauarbeiten soll es in der Marienkirche wieder Veranstaltungen geben. "Das Gewölbe wird die Akustik enorm verbessern", so Dr. Müller-Zetzsche. Doch bis dahin wird es noch ein bisschen dauern.
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