Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. (gif) hat zum 16. Mal den gif-Immobilien-Forschungspreis vergeben. Zu den Preisträgern zählt Carolin Ritschel, seit Februar 2010 Consultant bei der BBT-Tochter Sachsen Treuhand GmbH in Dresden. Sie erhielt für ihre Diplomarbeit "Determinierung eines Verkaufsbestandes auf der Grundlage einer Portfolioanalyse am Beispiel einer mittelgroßen Wohnungsgenossenschaft" den 1. Preis in der Kategorie Master-/Diplomarbeiten. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. rer. pol. Kristin Wellner und von Henri Lüdeke, Geschäftsführer der BBT GmbH und der Sachsen Treuhand GmbH, betreut.
Im Rahmen der Diplomarbeit wird der strategisch orientierte, qualitative Portfolioansatz genutzt, um die Analyse und Strukturierung eines historisch gewachsenen Immobilien-Portfolios am Beispiel des Immobilienbestandes einer mittelgroßen Wohnungsgenossenschaft aus den neuen Bundesländern durchzuführen. Hierfür wird die Methodik des Scoringverfahrens zur Integration quantitativer und vor allem qualitativer Einflusskriterien in einer Objekt- und Marktdimension angewendet. Auf diese Weise ist jede einzelne Bestandsimmobilie mittels Scorewert zum gesamten Immobilien-Portfolio vergleichbar. Aufbauend auf den visualisierten Auswertungsergebnissen der Portfolioanalyse wird ein Ansatz zur Segmentierung des gegenwärtigen Immobilien-Portfolios in Objekt-Cluster vorgestellt.Die Untersuchung befasst sich speziell mit der Frage, wie potenzielle Verkaufsobjekte aus dem Immobilienbestand mithilfe der Portfolioanalyse identifiziert werden können. Zur Determinierung eines Verkaufsbestandes wird ein Entscheidungsmodell entwickelt, welches im Rahmen einer K.o.-Analyse die Punktwerte aus dem Scoringmodell der Portfolioanalyse nutzt, um Filterkriterien mit kritischen Schwellenwerten zu definieren, die durch etwaige geeignete Verkaufsobjekte zwingend zu erfüllen sind. In Anbetracht von differenten Verkaufs- und Ankaufsmotiven soll der Abgleich der Anbietersichtweise der veräußernden Wohnungsgenossenschaft mit der Nachfragerperspektive von potenziellen Käuferzielgruppen das Marktpotenzial der zu veräußernden Bestandsobjekte bewerten, Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen und die Entscheidung für die Wahl einer bestimmten Veräußerungsstrategie unterstützen.Der gif-Immobilien-Forschungspreis wurde 2010 in den Kategorien Dissertationen, Master-/ Diplomarbeiten, Bachelorarbeiten und Sonstige wissenschaftliche Arbeiten an Preisträger von 8 verschiedenen Hochschulen vergeben. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 12.500 Euro an die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs, welcher seit 1999 von RREEF Germany, dem Immobilien-Geschäftsbereich innerhalb des Asset Management der Deutschen Bank, und seit 2009 zusätzlich von den Zentralen Immobilien Ausschuss e. V. (ZIA) gesponsert wird, ausgeschüttet.Der gif-Immobilien-Forschungspreis wird seit 1995 für wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben. Ziel des Wettbewerbs ist, die Weiterentwicklung der Immobilienbranche zu fördern, Theorie und Praxis zu verzahnen sowie den Nachwuchs zu besonderen Leistungen in der Auseinandersetzung mit immobilienwirtschaftlichen Fragestellungen zu motivieren.
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