Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wird im Auftrag des Bundesminis-teriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) Modellvorhaben zum altersgerechten Um-bau von Wohngebäuden, Wohnquartieren sowie der kommunalen und sozialen Infrastruktur durch-führen.
Die wachsende Zahl älterer Menschen führt zu einem steigenden Bedarf an altersgerechten, weitgehend barrierefreien Wohnungen und an Veränderungen des städtischen Umfeldes sowie der kommunalen Einrichtungen. Diesem Bedarf wird das momentan zur Verfügung stehende Wohn- und Versorgungsangebot in manchen Bereichen noch nicht gerecht.Zur Förderung von barrierereduzierenden Maßnahmen ist zum 1. April 2009 das KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" aufgelegt worden. Private Vermieter, Mieter, Selbstnutzer sowie Wohnungsunternehmen können gefördert werden, um Barrieren im Gebäude, in der Wohnung sowie im Wohnumfeld abzubauen. Außerdem werden seit dem 1. April 2009 mit dem KfW-Programm "Investitionsoffensive Infrastruktur" alle Investitionsvorhaben in die kommunale und soziale Infrastruktur sowie in wohnwirtschaftliche Projekte durch weitere Kredite der KfW gefördert. Dafür stehen für 2009/2010 insgesamt 300 Mio. Euro Haushaltsmittel des Bundes bereit. Zu den förderfähigen Vorhaben gehören auch Maßnahmen zur Barrierereduzierung des Wohnumfeldes oder Maßnahmen zur altersgerechten Anpassung.Zur Begleitung dieser Programme soll anhand von Modellvorhaben die praktische Umsetzung in konkrete Projekten unterstützt, innovative Lösungswege aufgezeigt sowie Kenntnisse zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der altersgerechten Wohnraumanpassung gewonnen werden. Im Rahmen der Modellvorhaben werden allerdings ausschließlich nicht-investive Maßnahmen (z.B. Konzeptentwicklung, Aufbau der Kooperationen, Moderations- und Beratungsangebote, Aktivierungsmaßnahmen, Verknüpfung mit lokalen und überregionalen Netzwerken, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, operativer Betrieb der Modellvorhaben etc.) sowie der Aufwand für die Berichtslegung, Teilnahme an Veranstaltungen, Austausch mit anderen Projekten, Zusammenarbeit mit der Forschungsassistenz etc. unterstützt. Für investive Maßnahmen sind die vorgenannten KfW-Programme zu nutzen. Darüber hinaus ist die Nutzung weiterer öffentlicher Förderangebote möglich. Ziel ist es, innovative und Erfolg versprechende Projekte anzustoßen, umzusetzen und wissenschaftlich zu begleiten, die auf die Erstellung, Umsetzung bzw. Weiterentwicklung von barrierereduzierenden Investitionen abzielen. Vor diesem Hintergrund werden während der rund dreijährigen Laufzeit von Oktober 2009 bis Ende 2012 voraussichtlich 16 Modellvorhaben finanziell gefördert, wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Mit der wissenschaftlichen Begleitung der Modellvorhaben, der Durchführung von Fachveranstaltungen (Projektwerkstätten), der Auswertung der Ergebnisse, der gesamten Projektdokumentation sowie dem Wissenstransfer wird ein noch auszuwählendes Forschungsinstitut betraut (Forschungsassistenz).Themen- und Handlungsfelder der Modellvorhaben Altersgerechter Umbau von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen: Im Rahmen dieser Projekte sollen selbstnutzende Eigentümer im Mittelpunkt stehen. Altersgerechter Umbau von Mehrfamilienhäusern in Innenstadtlagen (z.B. innerstädtische Wiederaufbauquartiere aus den 50er Jahren, Gründerzeithäuser): Erwartet werden hier Beiträge von privaten Vermietern, Wohnungseigentümergemeinschaften sowie ggf. Wohnungsunternehmen. Altersgerechter Umbau von Siedlungsbeständen unterschiedlichen Baualters: Aufgerufen sind Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften mit quartiersbezogenen Lösungen, die mit Kommunen kooperieren. Altersgerechter Umbau kommunaler, sozialer und wohnwirtschaftlicher Infrastruktur in Bezug auf die o.g. Quartiere und/oder Wohnungsbestände, vorrangig in GRW/GA-Gebieten: Hier kommen Projekte von Kommunen, kommunalen Unternehmen sowie gemeinnützigen Organisationen einschließlich der Kirchen in Betracht. Angesprochen sind insbesondere Modellvorhaben im Rahmen von integrierten Stadtentwicklungskonzepten (INSEK) oder Stadtteilentwicklungskonzepten.An den Modellvorhaben Beteiligte können neben den Eigentümern der Wohnungen bzw. Wohngebäude sowie den Mietern insbesondere die Kommunen, Wohlfahrtsverbände, die Kreditwirtschaft, das Handwerk oder das Baugewerbe sein. Willkommen sind auch hier nicht genannte Initiatoren und Akteure mit nachhaltigen Projektlösungen.Mögliche Typen von ModellvorhabenWohngebäude: Zusammenschluss von Eigentümern (z.B. Einfamilienhausbesitzer in einer Siedlung, private Vermieter von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern in einem Quartier) mit dem gemeinsamen Ziel, Erfordernisse und Möglichkeiten altersgerechter Umbauten zu eruieren und/oder entsprechende Vorhaben umzusetzen gemeinschaftliches Beratungsangebot von Wohnungswirtschaft, Interessenverbänden, Kommunen, Mieterverbänden, Handwerkskammern, Kreditwirtschaft oder Wohlfahrtsverbänden lokale, innovative Kampagnen der Handwerkskammern und Interessenverbände hinsichtlich des altersgerechten Umbaus von Ein-/Zweifamilienhäusern Initiativen von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) und Kreditinstituten Kooperation zwischen Wohnungsunternehmen und MieternNichtwohngebäude sowie weitere kommunale, soziale und wohnungsnahe Infrastruktur: Maßnahmen zur Quartiersentwicklung in Zusammenarbeit von Kommunen und Wohnungs-/Hauseigentümern Kooperation zwischen Kommunen, Unternehmen mit mehrheitlich kommunaler Beteiligung oder kommunalen Zweckverbänden mit Wohlfahrtsverbänden oder sozialen Diensten gemeinsame Unterstützung von öffentlichen Einrichtungen durch gemeinnützige Organisationen einschließlich der KirchenTeilnahmeInteressenten an einer Teilnahme als Modellvorhaben senden bitte eine kurz gefasste Projektskizze (max. vier Seiten) sowie den ausgefüllten Erhebungsbogen per E-Mail an das BBSR, Referat-2-12@bbr.bund.de. Dabei sollte die Dateigröße insgesamt nicht mehr als ein MB betragen.Einsendeschluss des Projektantrags: 15. Oktober 2009Ansprechpartner im BBSR für inhaltliche Fragestellungen: Verena Staubermann, Tel.: 0228 99.401-1220, E-Mail: verena.staubermann@bbr.bund.de Mathias Metzmacher, Tel.: 0228 99.401-1422, E-Mail: mathias.metzmacher@bbr.bund.deAnsprechpartner im BBSR für Administration, Zuwendungsbescheid und Finanzierung: Helmuth Ewert, Tel.: 0228 99.401-1470, E-Mail: helmuth.ewert@bbr.bund.de Download des BBSR-Erhebungsbogens
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