Seit den neunziger Jahren geht die Bautätigkeit in Deutschland kontinuierlich zurück. Nicht umsonst hieß es lange: "Die Zukunft spielt im Bestand!". Doch in letzter Zeit denken immer mehr Wohnungsunternehmen darüber nach, neben der Sanierung ihrer Bestände auch in den Neubau zu investieren. Unter welchen Bedingungen Neubau eine sinnvolle Option ist, zeigt die BBA-Tagung "Innovative Wege bei ausgereizten Sanierungspotenzialen".
An guten Gründen für Neubau mangelt es nicht: Die nach Kriegsende bis in die 70er Jahre gebauten Bestände sind in die Jahre gekommen. Ihre technische Weiterentwicklung ist nur eingeschränkt möglich und sie entsprechen auch nicht mehr den Anforderungen einer veränderten und anspruchsvolleren Mieterschaft. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, die verstärkt altersgerechte Wohnungen erfordert. Obwohl die Bevölkerung insgesamt zurückgeht, steigt die Nachfrage in einigen Ballungszentren und ihrer Umgebung an. Hier droht Wohnungsmangel, insbesondere für den wachsenden Teil der Bevölkerung, der mit wenig Geld auskommen muss. Aspekte, die zeigen, wie aktuell das Thema Neubau in der Wohnungswirtschaft ist.Bernhard H. Heiming, geschäftsführender Gesellschafter der BB Hausbau GmbH Berlin wird erläutern, wie es ohne Fördermittel gelingt, sozial verträgliche Wohnungen zu bauen. Er hat vor allem die wachsende Zahl allein stehender Senioren im Blick, denen Altersarmut droht und die moderne, barrierefreie Wohnungen benötigen. Eine weitere Zielgruppe ist der steigende Anteil Alleinerziehender. Heiming will zeigen, wie sich mit günstigen Baustoffen, standardisierten Grundrissen und schlanken Bauteilen bezahlbarer Wohnraum innerhalb der Wohngeldgrenze bereitstellen lässt.Ein gelungenes Neubauprojekt im Maßnahmen-Mix einer Genossenschaft wird David Wilde, ehrenamtlicher Vorstand der hwg eG vorstellen. Die Hattinger Wohnungsgenossenschaft verband den Neubau mit einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt und setzte auf behutsame Nachverdichtung.Auf welche Fördermittel Wohnungsunternehmen beim Neubau zurückgreifen können, erläutet Andreas Schmucker, Regionalleiter im Bereich Immobilienkunden bei der Berliner Volksbank. Im anschließenden Expertengespräch geht es um die Frage, wann sich Neubau lohnt, welche Rolle das Marktumfeld und die Zielgruppe spielt und was bei der Finanzierung zu beachten ist. Weitere Vorträge behandeln bautechnische Entscheidungen unter dem Gesichtpunkt der Rentabilität sowie den Vorteil und die Grenzen von variablen Grundrissen.Die Neubau-Tagung der BBA "Innovative Wege bei ausgereizten Sanierungspotenzialen" findet am 7. September 2010 im NH Berlin in der Friedrichstraße 96, 10117 Berlin statt. Sie kostet 504 Euro (420 Euro für BBA-Mitglieder). Weitere Informationen bei Ulf Baier, BBA – Akademie der Immobilienwirtschaft e.V., Telefon: 030/23 08 55-22, E-Mail: ulf.baier@bba-campus.de und unter www.bba-campus.de/www.bba-campus.de.
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