Gelungenes Freiflächenmanagement in der Wohnungswirtschaft bedeutet, Grünanlagen attraktiver zu gestalten, den Instandhaltungsaufwand in Grenzen zu halten und die Mieterzufriedenheit zu erhöhen. Wie das geht, erfuhren die knapp 100 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet auf der Tagung "Freiflächenmanagement: Qualität steigern und Kosten im Griff behalten" Ende Januar in Berlin, veranstaltet von der BBA in Zusammenarbeit dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL).
Verschiedene Referenten aus der wohnungswirtschaftlichen Praxis, dem Garten- und Landschaftsbau sowie der Wissenschaft stellten Konzepte vor, wie sich das grüne Gesicht von Wohnanlagen Budget schonend und attraktiv gestalten lässt. Ramona Fritsch von der WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH aus Lübbenau zeigte am Beispiel eines mittleren ostdeutschen Wohnungsunternehmens, wie sich gepflegte Außenanlagen auf die Kundenzufriedenheit auswirken: Dort sank die Leerstandsquote nach dem Umbau von über sechzig auf aktuell zwei Prozent. Gisbert Schwarzhoff von der THS TreuHandStelle für Bergmannswohnstätten im rheinisch-westfälischen Steinkohlenbezirk GmbH und Michael Meyer-Marczona von der Nassauischen Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft stimmten dem aus der Perspektive großer westlicher Wohnungsunternehmen zu. Mayer-Marczona zeigte in seinem Vortrag, wie sich der Weg hin zu einer "schöneren Visitenkarte im Freien" mit weniger Geld erreichen lässt. Ein Freiflächenkataster ermöglicht es, Aufträge systematisch zu bündeln und so den Arbeitsaufwand zu reduzieren. Professor Hartmut Balder von der Technischen Fachhochschule Berlin wies auf den Zusammenhang von Qualität und Folgekosten hin. Standort und Pflanzen müssten optimal aufeinander abgestimmt sein, um Kosten für Pflege oder gar eine spätere Neuanpflanzung einzusparen. Kerstin Helm von der GEWOBA Wohnungsverwaltungsgesellschaft Potsdam stellte ein elektronisches Baumkataster vor. Das helfe nicht nur mit einer systematisch anhand Lage und Alter des Baumes abgestimmten Auftragsvergabe Geld zu sparen, sondern bringe auch mehr zufriedene Mieter: "So mancher Bewohner ruft an, beschwert sich über den Baum vor seinem Fenster und ist verwundert, wenn dann die Gegenfrage nach dem rechten oder linken Baum kommt." Die BBA sieht diese Tagung als Startschuss für weitere Veranstaltungen zum Freiflächenmanagement. "Die hohe Anzahl von Besuchern aus dem ganzen Bundesgebiet belegt die starke Nachfrage zu dem Thema", sagte Martina Heger, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der BBA. Daher werde die BBA ihr Engagement auf diesem Gebiet ausbauen und weitere Tagungen sowie Seminare zu dem Themenkomplex anbieten.