Die 10. Jahrestagung "Energieeffizienz von Wohngebäuden" war dank Energiegipfel, neuer Gesetze und einer breiten öffentlichen Wahrnehmung aktueller denn je. Steigender Energieverbrauch, drastische Preiserhöhungen und Klimawandel erfordern innovative Konzepte. Dass die Wohnungswirtschaft sich bereits seit Jahren mit dem Thema Energieeffizienz befasst, beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass auch die mittlerweile zehnte Auflage der Tagung mit rund 150 Teilnehmern gut besucht war.
Wie kann die Energieversorgung unter Klimaschutzaspekten für Mieter bezahlbar und effizient bleiben? Dieser Frage ging Moderator Jürgen Pöschk, Geschäftsführer der Energie- und Umwelt- Managementberatung Pöschk, mit Podiumsgästen auf den Grund: Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., Dr. Holger Krawinkel, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Andreas Prohl, GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Klaus Pitschke, Vorstand der Vattenfall Europe Berlin AG & Co. KG, Berlin, und Dr. Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes e.V. Sie hatten unterschiedliche Standpunkte zu ordnungspolitischen Regelungen. Laut Lutz Freitag würden in der politischen und oft auch öffentlichen Wahrnehmung alle Immobilienbesitzer in einen Topf geworfen, egal ob es um "Tante Emmas" kleines Häuschen gehe oder um eine der rund 6,3 Millionen professionell bewirtschafteten Wohnungen. Freitag sei gegen mehr Gesetze und Bürokratie, weil der Markt dies nicht zulasse. Franz-Georg Rips hingegen forderte klare ordnungspolitische Vorgaben, gerade weil die Amateurvermieter sonst nicht handeln würden. Das Thema Energieeffizienz zu platzieren, sei immer mit Kosten verbunden. Aber dies sei in erster Linie ein Kommunikationsproblem. Energiepreise dürften nicht statisch betrachtet werden. Auf der Tagung selbst gab es aktuelle Vorträge unter anderem zum integrierten Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung, zu den Förderinstrumenten des Bundes und zum CO2-Monitoring in der Wohnungswirtschaft. Auf große Resonanz stießen die Praxisbeispiele erfolgreicher energetischer Modernisierung. Die Kombination aus Tagung und Ausstellung ermöglichte einen angeregten Dialog zwischen Entscheidungsträgern der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und Dienstleistern aus den Bereichen Energie-, Wärmeversorgung und Abfallwirtschaft.