450 Gäste, gute Stimmung und viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung: Der 107. BBU-Verbandstag war ein voller Erfolg. Unter dem Motto "Bau.Werk.Zukunft" hatte der BBU am 1. und 2. November 2011 in das bcc Berliner Congress Center eingeladen.
Unter den Gästen waren Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger, Hella Dunger-Löper, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abgeordnetenhauspräsident Ralf Wieland, Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky und zahlreiche Mitglieder des brandenburgischen Landtags und des Berliner Abgeordnetenhauses, u.a. Dr. Manuel Heide und Ellen Haußdörfer. Gäste aus der Wirtschaft waren u.a. Jacqueline Tag, Vorstandsmitglied der Investitionsbank des Landes Brandenburg, Dr. Matthias von Bismarck-Osten, Generalbevollmächtigter der Investitionsbank Berlin, der Vorstand der Berliner Wasserbetriebe, Jörg Simon. Gäste aus Verbänden waren beispielsweise Axel Wunschel, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands Berlin-Brandenburg, sowie Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.Starke Wohnungswirtschaft, starke StädteIn seiner Begrüßungsrede betonte der BBU-Verbandsausschussvorsitzende Frank Bielka die Bedeutung eines stabilen politischen Rahmens für eine nachhaltige Städtebau- und Wohnungspolitik. "Wir können die Politik mit wichtigen Anregungen und Informationen bei der Lösung gesellschaftlich drängender Fragen wie der demografischen Entwicklung und der Migration unterstützen. Dafür benötigen wir aber langfristig stabile Rahmenbedingungen", so Bielka.Das unterstützte auch GdW-Präsident Axel Gedaschko in seinem Grußwort. Seine Botschaft: "Starke Städte brauchen eine starke Wohnungswirtschaft." Berlins Staatssekretärin für Stadtentwicklung Hella Dunger-Löper betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des BBU als wichtigem Gesprächspartner. Mit fachlich fundierten Anregungen, Informationen und Gestaltungsvorschlägen setze der Verband wichtige stadtentwicklungspolitische Impulse.Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger ging in seinem Grußwort vor allem auf die Erfolge von Landesregierung und BBU im gemeinsamen Ringen gegen die Kürzungen und Unsicherheiten in der Städtebaupolitik des Bundes ein. Zusammen mit dem Verband sei es gelungen, wichtige Argumente, insbesondere gegen die Kürzung der Städtebauförderung, immer wieder zu platzieren. Nachdem die für 2012 von Bundesbauminister Ramsauer geplanten Kürzungen durch den gemeinschaftlichen Einsatz abgewendet werden konnten, gehe es nun vor allem um die Altschuldenhilfe.Anregendes von "Mr. Zukunft" Ein besonderes Highlight des Verbandstages: Der Vortrag von "Zukunftspapst" Prof. Dr. Horst Opaschowski. Er übermittelten positive und auch überraschende Einblicke. Eine seiner Thesen: Trotz Finanzkrisen und konjunkturellen Unsicherheiten blickt die Jugend der Zukunft optimistisch entgegen. Die heranwachsende Generation ist dabei leistungsbereit und realistisch – und sucht nach Beständigkeit und Verlässlichkeit.Eine weitere These: Familien und soziale Netzwerke werden für das gesellschaftliche Zusammenleben immer wichtiger – "der Zenit der Individualisierung ist längst überschritten." Es kristallisiert sich ein erweitertes Familienkonzept heraus, das Wahlverwandtschaften, Patchwork-Familien und soziale Netzwerke einschließt. Für die Wohnungswirtschaft ergeben sich hieraus besondere Anforderungen. Mehr denn je sind generationenübergreifende Konzepte gefragt: Mehrgenerationenhäuser, flexible Grundrisse, Wohn- und Hausgemeinschaften auch für Ältere als Alternativen zu Altersheimen.Wegen der Änderungen in der Lebensführung bleiben ältere Menschen bis ins hohe Alter immer aktiver und dynamischer. Mittlerweile kann deshalb sogar von vier statt zuvor drei Lebensphasen gesprochen werden. Die Menschen empfinden sich außerdem immer später als alt: "Es ist heute nicht ungewöhnlich, dass mit 50 oder 60 nochmal ein Neuanfang gemacht wird", unterstrich Opaschowski. Wegen der hohen Entwicklungsdynamik sind Know-how und selbständiges Engagement des Einzelnen dabei immer wichtiger. In einer Zeit, da die Beschäftigung für Einzelprojekte die Regel wird und Arbeitnehmer teilweise auch in mehreren parallelen Arbeitsverhältnissen tätig sind, wird jeder sein eigener Unternehmer: Lebenslange Fortbildung ist hier ein Muss.An den Schluss seines Vortrages stellte "Mr. Zukunft" eine besondere Feststellung: "Unsere Gesellschaft steht vor einem grundlegenden Wertewandel. Die Wachstumsidee hat ausgedient, und die Sehnsucht nach einem umfassend sinnvollen Leben bekommt einen ganz neuen Stellenwert."Unsere Zukunft 2025An den Vortrag des renommierten Zukunftsforschers schloss sich der spannende und immer wieder auch bewegende Blick in Alltag und Zukunftswünsche von Jugendlichen an. Eine Gruppe Schüler der Hermann-von-Helmholtz-Schule aus der Neuköllner Gropiusstadt berichtete anschaulich und lebendig über die Ergebnisse des von ihnen durchgeführten Projekts "Unsere Zukunft 2025".Bei dem von der degewo im Rahmen eines Bildungsverbunds unterstützten Projekt setzten sich die jungen Leute im Alter von 15 bis 17 Jahren mit der Frage auseinander: Wo stehe ich in 15 Jahren? Wo will ich als junger Erwachsener hin? Parallel dazu konnten sie ein Praktikum bei der degewo absolvieren.Zwei Punkte wurden bei dieser Projektvorstellung deutlich. Der erste: Alle teilnehmenden Jugendlichen streben nach einer Familie mit Kindern. Insofern bestätigten sie die These von Prof. Opaschowski vom Wunsch der jungen Generation nach Geborgenheit und Stabilität. Der zweite: Durch das Praktikum und den Blick in die Praxis konnten den Jugendlichen neue Perspektiven eröffnet werden. Ein Teilnehmer berichtete, dass er aufgrund dieser Erfahrung einen höheren Schulabschluss und ein anschließendes Studium plane. Eine der Schülerinnen verfolgt nun ihren Wunsch, sich zur Immobilienkauffrau ausbilden zu lassen.Großes Lob für die Jugendlichen hatte BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern, als sie sich zusammen mit Prof. Opaschowski nach Ende der Präsentation noch kurz auf der Bühne mit den jungen Leuten und dem Direktor der Helmholtz-Schule, Roland Hägler, unterhielt. Auch während des gesamten Abends war dieser Programmpunkt häufiges Gesprächsthema.Spende für DESWOSBereits zum zweiten Mal unterstützte der BBU bei seinem Verbandstag einen guten Zweck – und bot seinen Gästen dabei gleichzeitig etwas Besonderes. Die Spende ging in diesem Jahr an das genossenschaftlich organisierte Siedlungsprojekt "Nyumbai – ein Zuhause schaffen" der "Deutschen Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e. V." (DESWOS) in Arusha / Tansania. Dank der BBU-Spende und zweier weiterer spontaner Spenden am Abend können hier nun vier neue Wohnhäuser für alleinerziehende Frauen entstehen.Neben den insgesamt 72 Wohngebäuden entstehen in Arusha auch viele Spielplätze und Gemeinschafträume. "Die Häuser mit drei Zimmern und überdachter Veranda sind eine wichtige Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben", unterstrich DESWOS-Geschäftsführer Werner Wilkens bei der Entgegennahme des Schecks. "Den Kindern soll dadurch eine gute Zukunftsperspektive geboten werden." Damit knüpft das vom BBU unterstützte Projekt unmittelbar beim Gedanken der Quartiersentwicklung und der Förderung stabiler Nachbarschaften auch in Berlin und dem Land Brandenburg an, für die sich die BBU-Mitglieder nachhaltig engagieren."Mit dieser Spende wollen wir das Engagement der Wohnungswirtschaft Berlin-Brandenburgs für ein menschenwürdiges Wohnen weltweit verdeutlichen", erläuterte BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern. Bereits seit mehr als 40 Jahren bietet die gemeinnützige Entwicklungshilfe-Organisation DESWOS erfolgreich Hilfe zur Selbsthilfe beim Bau von Wohnraum für notleidende Familien und bei der Sicherung ihrer Existenzen.Gezeigt wurde das DESWOS-Projekt "Nyumbai" mit einem beeindruckenden Film. Die Bilder beklemmender Enge und dramatischer hygienischer Zustände in den Unterkünften, die die Frauen mit ihren Kindern vor dem Umzug in die modernen Siedlungsprojekte bewohnen, sprachen für sich.Der BBU ist in BewegungZum Auftakt des geselligen Teils des Verbandstages ließ Kern dann das Jahr kurz Revue passieren. Ihre Hauptbotschaft: Ob bei Altanschließern, Stadtumbau Ost und Altschuldenhilfe, Berliner Wahlkampf, Berliner Mietspiegel, Städtebauförderung oder Klimaschutz – der BBU vertritt die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen stets kraftvoll und proaktiv. "Die Unterstützung durch unsere Mitgliedsunternehmen gibt dem BBU gegenüber Politik und Verwaltung ein hervorragendes Standing. Das gilt es auszubauen und zu vertiefen", unterstrich Kern. In den Mittelpunkt stellte sie dabei die Punkte Wertschätzung, Ehrlichkeit und Klarheit. Video zum BBU-Verbandstag 2011
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