Seit geraumer Zeit setzt sich der GdW bei den Verhandlungen zur Umsetzung von Basel II im Rahmen einer EU-Richtlinie dafür ein, dass längerfristige Hypotheken-Finanzierungen im fortgeschrittenen internen Ratingansatz nicht mit Laufzeitzuschlägen belegt werden.
Die zwischenzeitlich gefundene sogenannte Mittelstandskomponente, die eine Ausnahmeregelung für Unternehmen vorsieht, deren Bilanzsumme und Jahresumsatzerlöse die Grenze von 500 Mio. Euro unterschreiten, entsprach trotz der bereits erreichten Verbesserungen noch nicht in ausreichendem Maße den Bedürfnissen der deutschen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, da eine erhebliche Zahl von Wohnungsunternehmen wegen der branchenspezifischen großen Kapitalintensität das Kriterium Bilanzsumme überschreiten würde, sagte GdW-Präsident Lutz Freitag.Aus diesem Grund hat der GdW in zahlreichen Stellungnahmen und Gesprächen sowohl auf deutscher als auch europäischer Ebene eine Anpassung der Mittelstandskomponente an die Branchenbesonderheiten gefordert. Dabei sollte nach den Vorstellungen des GdW das "und" durch ein "oder" ersetzt werden oder ein drittes Kriterium - die Zahl der im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer - aufgenommen werden."Nunmehr ist es gelungen, dass ein Änderungsantrag, der den Forderungen des GdW entspricht, in die kommenden Beratungen des Ausschusses für Wirtschaft und Währung ECON des Europäischen Parlaments einbezogen wird. Der Änderungsantrag (Nr. 632 zu Anhang VII, Teil 2, 1.3 Laufzeit, Tz. 14) sieht anstelle des 'und' nun ein 'oder' vor. Sollte dieser Änderungsantrag nicht mehrheitsfähig sein, deutet sich ein Kompromiss an, der für Immobilienunternehmen einen höheren Wert für das Kriterium der Bilanzsumme vorsieht. Selbst wenn letztere Alternative gewählt werden würde, wäre dies ein großer Erfolg des GdW für die deutsche Wohnungswirtschaft", erklärte GdW-Chef Freitag. Das Problem von Laufzeitzuschlägen für längerfristige Finanzierungen wäre damit zum größten Teil gelöst.Die Beratung und Abstimmung der zum Berichtsentwurf eingereichten Änderungsanträge werde nach Angaben des GdW am 13.07.2005 erfolgen.