Am 7. November 1962 legte der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt im Beisein von Architekt Walter Gropius den Grundstein für die heutige Gropiusstadt. Den 50. Geburtstag der zur Heimat gewordenen Großsiedlung feiert die degewo mit einer umfangreichen Ausstellung. Die offizielle Eröffnung nimmt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit am Abend des 22. Oktobers vor. Vom 23. Oktober bis 25. November ist die Ausstellung dann täglich für das Publikum geöffnet. Der Eintritt ist frei.
"Wir wollen Vergangenheit und Gegenwart der Großsiedlung betrachten. Aber gerade auch der Weiterentwicklung des Quartiers haben wir in der Ausstellung viel Platz eingeräumt, denn die Gropiusstadt hat enormes Zukunftspotenzial", sagte degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka. Die degewo ist heute das einzige kommunale Wohnungsunternehmen in der Gropiusstadt und einer der größten Vermieter vor Ort. Bis 2016 investiert das Unternehmen mehr als 92 Millionen Euro vor allem in die energetische Modernisierung der Gebäude. "Die Gropiusstadt liegt uns besonders am Herzen. Sie ist Heimat für unsere Mieter. Dies bedeutet für uns als Wohnungsunternehmen, die Identität des Ortes zu unterstützen, ihn nach heutigen Bedürfnissen in sozialer, städtebaulicher und architektonischer Hinsicht weiterzuentwickeln", sagt Frank Bielka. Die Bewohner sollen sich wohlfühlen, die Nachbarn sich trotz unterschiedlicher Kulturen näher kommen, formuliert Bielka das Ziel. Unveröffentlichte Fotografien, neue ArchitektenentwürfeMit großformatigen Fotos und Alltagsgegenständen wird in der Ausstellung an den Zeitgeist der optimistischen 1960er und 1970er Jahre erinnert. Aber auch an die sozialen Probleme wird erinnert. Der angesehener Architekturfotograf Klaus Lehnartz liefert unveröffentlichte Farbfotografien vom Anfang der 1970er Jahre. Andere Fotografen wie Jens Rötzsch, Mitbegründer der Bildagentur Ostkreuz, zeigen aktuelle Fotos von Menschen und ihren Lebensbedingungen sowie die baulichen Veränderungen der Großsiedlung. Einer der Höhepunkte der Ausstellung sind die Ergebnisse, eines von der degewo in Auftrag gegebenen städtebaulichen Gutachterverfahrens. Drei renommierte Architekturbüros zeigen, wie man die südliche Gropiusstadt mit ergänzenden Neubauten behutsam weiterentwickeln und vor allem aufwerten kann. Die Architekten Bernd Albers, Regine Leibinger und Christoph Mäckler zeigen in drei sehr unterschiedlichen Entwürfen ihre Pläne und Vorstellungen.Organisiert wurde die Ausstellung von der freien Kuratorin Romana Schneider. Der langjährige Senatsbaudirektor Hans Stimmann hat die Ausstellung und die neuen Entwürfe beratend begleitet. Er ist gespannt auf die Reaktionen der Fachwelt und der jetzigen Bewohner, was die Pläne zur Weiterentwicklung betrifft. Über das Quartier sagte Stimmann: "Die Gropiusstadt ist mit ihrer heutigen Lage in der Nähe zu Adlershof und zu dem künftigen Flughafen BER nicht nur bestens gerüstet, sondern attraktiv für die jetzigen und für neue Bewohner. Hinzu kommen vielfältige Wohnformen und Wohnungsgrößen, ein gutes Bildungsangebot und eine attraktive Verkehrsanbindung." Zur Attraktivität der Gropiusstadt soll auch das Projekt Campus Efeuweg beitragen, das in der Ausstellung gezeigt wird. Ein bisher unwirtliches Schulensemble soll umgewandelt werden in eine freundliche und grüne Schullandschaft. Entwürfe von Studenten der Technischen Universität Berlin und der Bauhaus-Universität Weimar zeigen dem interessierten Betrachter, welche Möglichkeiten zur Umgestaltung ihnen vorschweben. Öffnungszeiten und FührungenDie 640 Quadratmeter große Ausstellung wird am 22.Oktober von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit offiziell eröffnet. Am 23. Oktober öffnet die Schau für das Publikum. Die Ausstellung in der Forum Factory in Kreuzberg ist täglich geöffnet: Montag bis Freitag von 11:00 bis 20:00 Uhr, Samstag und Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Führungen nach vorheriger Anmeldung unter ausstellung@degewo.de oder unter Tel. 030 26485-1503 oder nach Vereinbarung finden jeweils dienstags um 11 Uhr, donnerstags um 16 Uhr und sonntags um 14 Uhr statt. KatalogIm renommierten Nikolai Verlag ist ein begleitender Katalog erschienen, der in der Ausstellung erwerblich ist. Auf 272 reich bebilderten Seiten, schildern Wissenschaftler, politisch Verantwortliche und Experten ihre Ansichten zur Gropiusstadt sowie zu Großsiedlungen allgemein. FachtagungAm 1. und 2. November lädt die degewo in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Experten aus Wissenschaft, Politik, Architektur und Stadtplanung zu einer begleitenden Fachtagung vor Ort ein. Im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, am Bat-Yam-Platz 1, wird über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsperspektiven der Gropiusstadt referiert und diskutiert, auch im Vergleich mit ähnlichen Großsiedlungen in anderen Städten. Informationen zur Ausstellung und zur Fachtagung finden Sie auch unter www.degewo.de.
Ansprechpersonen