Immer mehr Berliner Wohnungsunternehmen und -genossenschaften arbeiten seit einem Jahr intensiv an der Entwicklung eines neuen Ausbildungscurriculums im Bereich Hausservice. Im Rahmen des BIWAQ-Projektes WorkIn beteiligen sie sich bereits jetzt an einer Qualifizierung des Ausbildungswerkes Kreuzberg e.V. für junge Erwachsene als "Haus-, Anlagen- und EinrichtungsbetreuerIn".
Der "Hausmeister" war gestern. In Zukunft wird er sich "Hausbetreuer" oder "Gebäudedienstleister" nennen, über wesentlich vielseitigere Qualifikationen verfügen und eine breite Palette an Aufgaben zu bewältigen haben. Den Bedarf an entsprechenden Fachkräften formuliert Richard Schmitz, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft "Am Ostseeplatz" eG, folgendermaßen: "In unseren Beständen muss der Hausmeister die ganze Bandbreite der Tätigkeiten vom Malern über das Säubern des Müllplatzes bis zu kleineren Schönheitsreparaturen ausführen und er muss ein zuverlässiger Ansprechpartner für die Mieter sein. Dafür benötigen wir Mitarbeiter, die schnell und flexibel auf die Situation reagieren und vor allem selbst organisiert arbeiten können, denn sie sind unsere Visitenkarte. Solch ein Nachwuchs ist derzeit schwer zu finden."Um den zunehmenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften in Zukunft zielgenau decken zu können, wird im Projekt WorkIn an einem neuen Ausbildungscurriculum gefeilt. Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Sozialfonds der EU und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.Berliner Wohnungsunternehmen und Ausbildungsträger bieten gemeinsam eine 20-monatige Qualifizierung zum "Haus-, Anlagen- und Einrichtungsbetreuer" an, die an den Bedarfen der Wohnungswirtschaft orientiert ist und stetig weiterentwickelt wird. Ziel ist die Einrichtung eines neuen Ausbildungsganges, der von den Wohnungsunternehmen und -genossenschaften getragen werden kann. Anlässlich des einjährigen Jubiläums von WorkIn am 18.Februar 2010 betonte auch Herr Liedtke, Geschäftsführer der GEWOBAG HS Hausservice GmbH, wie wichtig die Investition in den Nachwuchs ist: "Aufgrund der demografischen Entwicklung zeichnet sich bei uns in den kommenden Jahren ein Mangel an Fachkräften ab. Für die Arbeit eines Hausmeisters oder Hausbetreuers benötigen wir gute Handwerker, die aber auch Verwaltungsaufgaben wahrnehmen und über eine große Kommunikationskompetenz verfügen."Gerade junge Leute aus dem eigenen Wohnungsbestand könnten dabei zu den zukünftigen Mitarbeitern gehören. Aus diesem Grund spricht WorkIn die Bewohner der beteiligten Wohnungsunternehmen an, um sie für die Qualifizierung zu gewinnen.Sami Natal, Vorsitzender der Fachkommission für Genossenschaftsfragen im BBU und Vorstand der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Neukölln e.G., erklärte dazu auf der WorkIn-Veranstaltung: "Wir möchten gern unsere Nachwuchskräfte ausbilden, können dies aber bisher nur im kaufmännischen Bereich. Im Bereich Handwerk brauchen wir einen neuen Ausbildungsgang mit IHK-Abschluss. Wir haben einen entsprechenden Bedarf und möchten auch die damit verbundene soziale Verantwortung gerne übernehmen."WorkIn ist der erste Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel. Im Projekt werden aus sechs Gewerken (Maler, Sanitär, Elektronik, Tischler, Metall sowie Garten- und Landschaftsbau) die für eine optimale Hausbetreuung relevanten Ausbildungsinhalte erarbeitet und angewandt. Neben den handwerklichen Lernmodulen liegt der Schwerpunkt auf dem "Lernen in der Praxis": Die Projektteilnehmer absolvieren vier Praxisbausteine in den beteiligten Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften und wenden das Erlernte direkt im Praxiszusammenhang an. Die Umsetzung verspricht Erfolg. Herr Natal formuliert es so: "Ich war überrascht, wie fleißig und zuverlässig unser Praktikant die vielfältigen Aufgaben erledigt hat."Die Praxisbausteine geben aber nicht nur den Teilnehmern die Möglichkeit, ihr zukünftiges Arbeitsfeld kennen zu lernen, sondern ermöglichen es der Wohnungswirtschaft, die Entwicklung des Ausbildungs-Curriculums aktiv mitzugestalten. So werden die Praxisbausteine zu didaktisch und inhaltlich aufeinander aufbauenden Ausbildungsmodulen weiterentwickelt. Neben dem nötigen fachlichen, theoretischen und methodischen Know-how werden die vielfältigen Anforderungen aus Unternehmens- und Genossenschaftsalltag fester Bestandteil von Qualifizierung und Ausbildung. Herr Liedtke: "Wir versprechen uns von diesem Projekt insbesondere Vorteile bei der Nachwuchsrekrutierung und stellen deshalb schon jetzt Praxisplätze für die WorkIn-Teilnehmer/-innen zur Verfügung." Die gute Kooperation mit den Wohnungsunternehmen soll im nun beginnenden zweiten Jahr von WorkIn systematisch ausgebaut und gefestigt werden. Gemeinsam werden sowohl die Inhalte der Praxisbausteine als auch der handwerklichen Lernbausteine weiterentwickelt und abgestimmt. Dabei steht ein kooperatives Konzept für die zukünftige Ausbildungsstruktur im Mittelpunkt. Um die hierfür notwendigen Kooperationsvereinbarungen abzustimmen und weitere Unternehmen mit einbeziehen zu können, werden Frau van der Wall vom WorkIn-Team und Herr Dr. Serbser als wissenschaftlicher Begleiter in den nächsten Tagen Kontakt mit den BBU-Mitgliedern aufnehmen.WorkIn ist erreichbar unter:ABW Kreuzberg e.V. - WorkInWaldemarstraße 37A10999 BerlinTel: 030 – 69 56 62 35Fax: 030 – 69 56 62 39mail@abw-workin.de www.abw-workin.de Das Projekt WorkIn wird aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union und aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.
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