Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie sind im Dezember erneut kräftig zurückgegangen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums sanken sie um preis- und saisonbereinigt 6,9 Prozent. Besonders betroffen ist die Investitionsgüterindustrie. Ihre Auftragslage gilt als Barometer für die gesamtwirtschaftlichen Zukunftserwartungen.
Bereits im November hatten die Auftragseingänge ein Minus von 5,3 Prozent verzeichnet. Der Umfang an Großaufträgen war für einen Dezember überdurchschnittlich. Die Auslandsnachfrage gab mit 9,4 Prozent stärker nach als die Inlandsnachfrage, die um 4,3 Prozent sank. Bei den Auslandsorders bremste die Bestelltätigkeit aus der Eurozone (-15,2 %) deutlicher als die aus der Nicht-Eurozone (-5,1 %). Alle drei industriellen Hauptgruppen verbuchten im Dezember erneut weniger Bestellungen als im Vormonat. Am stärksten fiel der Rückgang mit 9,1 Prozent bei den Investitionsgüterproduzenten aus. Bei den Vorleistungsgüterproduzenten verringerte sich das Ordervolumen um 5,0 Prozent, bei den Konsumgüterproduzenten um 3,1 Prozent. Die Inlands- und Auslandsnachfrage schwächten sich im Zweimonatsvergleich nahezu gleichermaßen kräftig ab (-12,0 % bzw. -11,3 %). Innerhalb der industriellen Hauptgruppen nahm das Auftragsvolumen bei den Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten deutlich um 13,9 bzw. 11,5 Prozent ab. Die Konsumgüterproduzenten erhielten 3,3 Prozent weniger Bestellungen. Ihren Vorjahresstand unterschritten die Auftragseingänge in der Industrie im Zweimonatsdurchschnitt (November/Dezember) kalendermonatlich um 25,9 Prozent. Die Auslandsaufträge lagen um 29,6 Prozent und die Inlandsaufträge um 21,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang der Bestelltätigkeit setzt sich in unvermindertem Tempo fort. "Die Aussichten für die Industrieproduktion bleiben vor diesem Hintergrund für die kommenden Monate äußerst gedrückt", so das Bundeswirtschaftsministerium.