Derzeit setzt sich das Bundesbauministerium im Rahmen verschiedener Forschungsvorhaben mit den Empfehlungen der Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften auseinander. Nachdem Mitte März das Projekt "Altersvorsorge und Wohnungsgenossenschaften" begann, findet am 12. Mai in Berlin die Auftaktveranstaltung zum Forschungsfeld "Modelle genossenschaftlichen Wohnens – Erschließung von Genossenschaftspotenzialen" statt. Zu ihr sind alle Interessenten herzlich eingeladen.
Die Veranstaltung im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in Berlin bildet den Auftakt für die praxisorientierte Durchführung des Forschungsfeldes in Zusammenarbeit mit den ausgewählten Modellvorhaben, den lokalen Projektforschungsbüros und der wissenschaftlichen Begleitung durch das Klaus Novy Institut.Nach Grußworten von MDgt Thomas Janicki (Leiter der Unterabteilung Wohnungspolitik und Wohnungswirtschaft, Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen) und von Iris Gleicke, MdB (Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen) wird ein Vortrag über „Innovation und die Zukunft der Wohnungsgenossenschaften“ von Prof. Klaus Selle mit anschließender Diskussion den ersten Input zum Thema geben. Um den Hintergrund und Leitfragen des Forschungsfeldes zu beleuchten, wird LRD Rolf Müller (Gruppenleiter Wohnungswesen, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung) die Vorschläge der Expertenkommission zum Erschließen von Genossenschaftspotenzialen veranschaulichen. Frau Simbriger vom Klaus Novy Institut, das mit der wissenschaftlichen Begleitung beauftragt wurde, stellt die Forschungskonzeption vor. Die in Zusammenarbeit mit dem BBR und dem BMVBW ausgewählten Pilotvorhaben werden präsentiert. Sechs weit fortgeschrittene Modellvorhaben, die leicht übertragbare Konzepte anbieten, stellen ihre Entwürfe vor. Folgende Beiträge werden dabei präsentiert:Im Aktionsfeld 1 „Quartiersentwicklung und –stabilisierung“ stellt der Bauverein für Kleinwohnungen eG sein Konzept eines interkulturellen und generationsübergreifenden Familienzentrums im Lutherviertel in Halle. Durch neue Marketingstrategien in z.T. ungewöhnlicher Kooperation mit Akteuren vor Ort kann die Genossenschaft wohnortnahe Dienstleistungen der neuen Art anbieten. Soziale Dienstleistungen und Infrastrukturangebote zur Quartiersentwicklung werden von der Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft Waltershausen entwickelt. Das Projekt soll innerhalb des Wohngebietes das gesellschaftliche Leben aktivieren und insbesondere für Ältere, Alleinerziehende, Personen mit Transfereinkommen sowie für Kinder und Jugendliche soll sich das Wohngebiet mit entsprechenden Angeboten zum lebenswerten Mittelpunkt entwickeln.Im Rahmen von Pilotvorhaben im Aktionsfeld 2 entwickeln zwei Wohnungsgenossenschaften aus Hessen neuartige Wohnmodelle für unterschiedliche Zielgruppen. Die Bau- und Wohngenossenschaft Wohnsinn bietet in einem generationsübergreifenden Nachbarschaftsprojekt Dauerwohnrechte und genossenschaftliche Mieten an. Das Beispiel der Genossenschaft Gemeinschaftlich Wohnen e.G. aus Wiesbaden zeigt, wie für Schwellenhaushalte bezahlbarer Wohnraum mit Ausstattungsqualitäten als Eigentumsalternative attraktiv wird.Das Aktionsfeld 3 behandelt Rahmenbedingungen und Strukturen, die eine wichtige Bedeutung für die Stärkung des genossenschaftlichen Wohnens haben. Den Schutz gewachsener innerstädtischer Quartiere und nachbarschaftlicher Netze durch genossenschaftliche Übernahmemodelle haben sich die Wogeno aus München zum Ziel gemacht. Sie stellen ungewöhnliche Finanzierungsmodelle zur Erhöhung des Eigenkapitals und neue Kooperationen zur Übernahme von Wohnungsbeständen in Bewohnergenossenschaften vor. Das Modellvorhaben von Stattbau Hamburg setzt sich die kooperative Zusammenarbeit der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein zur Initiierung von Dachgenossenschaften zum Ziel. Es soll beantwortet werden, welche Aufgaben durch Dachgenossenschaften oder andere Kooperationen verlässlich übernommen werden können.Ein Programmflyer zur Veranstaltung steht im Internetangebot des BBU zum Download zur Verfügung. Die Anmeldung ist über www.kni.de/kni_tagung.htm möglich.