Das Schlichtungsverfahren zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern in der deutschen Bauindustrie ist gescheitert. Damit wird ein Arbeitskampf immer wahrscheinlicher.
In den nächsten Tagen werde man die für einen Streik erforderliche Urabstimmung durchführen, erklärte die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt heute. Die Schichtung scheiterte, weil die Arbeitgeber der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein das Schlichtungsergebnis überraschend ablehnten. "Wir werden den Arbeitskampf schwerpunktmäßig dort führen, wo das Schlichtungsergebnis abgelehnt wurde", erklärt IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel. "Wir richten uns auf einen heftigen Arbeitskampf ein." Offenbar wurden auch Teile des Arbeitgeberlagers vom Scheitern der Gespräche kalt erwischt. Er habe das Ergebnis "mit großem Erstaunen zur Kenntnis genommen", sagte der Verhandlungsführer des Haupverbands der deutschen Bauindustrie Thomas Bauer heute in Berlin. Bauer empfahl allen Unternehmen im Verband, den Schiedsspruch - eine dauerhafte Lohnerhöhung um 3,1 Prozent plus ein Zuschlag um zunächst 0,4 Prozent - bis zu einer endgültigen Einigung anzunehmen.