ALFA® nun auch bundesweit – Gründung der „Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand“

PDF
Klimaschutz beim Wohnen bezahlbar umsetzen – das ist das Ziel der im November  2016 neu gegründeten Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand. Die Allianz ist ein Bündnis aus Wohnungswirtschaft, Industrie und Forschung. Kern der Arbeit ist zunächst ein umfassendes, praxisorientiertes Forschungsprojekt in über 500 Mehrfamilienhäusern, mit dem Ziel, einen kosteneffizienten und technologieoffenen Maßnahmenmix für mehr Energieeffizienz zu erarbeiten. Damit setzt das Konzept konsequent die Linie vom OPTIMUS-Projekt der Ostfalia-Hochschule, über das ALFA®-Projekt des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. und das Projekt BETA-Nord des VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. fort.

Klimaschutz im Gebäudebereich und bezahlbares Wohnen sind in Deutschland in den vergangenen Jahren immer mehr zu Gegensätzen geworden. Immer höhere Anforderungen rufen immer neue Kosten auf, die zu steigenden Mieten führen. Doch statt das Engagement und die Vorreiterrolle der Wohnungswirtschaft für einen wirksamen und dennoch bezahlbaren Klimaschutz anzuerkennen, werden von der Politik einseitig wirtschaftliche und soziale Grenzen überschritten. Jüngstes Beispiel hierfür ist der quasi „über Nacht“ final geänderte Klimaschutzplan der Bundesregierung. Zugunsten von Industrie, Landwirtschaft und Verkehr wurden die Sektorziele zur CO2-Einsparung für den Gebäudebestand um 8 Millionen Tonnen jährlich erhöht, ohne die Frage nach der Finanzierung, bzw. der Bezahlbarkeit zu beantworten.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma weist die neue bundesweite „Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand“, zu der sich 11 Unternehmen und Institutionen aus Wohnungswirtschaft, Industrie und Forschung zusammengeschlossen haben: Ein Schlüssel für bezahlbaren Klimaschutz bei Wohngebäuden liegt nach Überzeugung der Allianzmitglieder in einer Effizienzsteigerung bei der Wärmeversorgung von Gebäuden. Neben den Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle müsse insbesondere die technische Infrastruktur von Gebäuden durch Maßnahmen mit einem hohen Kosten-Nutzen-Effekt verbessert werden. Hier handelt es sich um nicht genutzte Effizienzpotenziale, die zu relativ geringen Kosten gehoben werden können.

Mitglieder der Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand sind der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die Firmen Vonovia, LEG, DOGEWO21, Spar- und Bauverein eG Dortmund, Danfoss, Techem, Bosch Thermotechnik, ista sowie die EBZ Business School – University of Applied Sciences mit der Professur für Energiefragen der Immobilienwirtschaft und die Professur für Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung der Technischen Universität Dresden.

Werben für Technologieoffenheit
„Noch mehr Energieeffizienz bei Wohngebäuden ohne Überbelastung von Vermietern und Mietern geht nur, wenn Bauherren und Immobilieneigentümer auf einen kosteneffizienten, technologieoffenen Maßnahmenmix zurückgreifen können. Statt wie bisher nur die teuersten Maßnahmen, müssen diejenigen mit dem besten Kosten-Nutzen-Effekt von der Politik stärker adressiert werden“, betonte GdW-Präsident Axel Gedaschko.

Im Rahmen des Forschungsprojektes sind eine Datenanalyse bereits durchgeführter Sanierungsmaßnahmen, eine Studie zu Möglichkeiten der Effizienzsteigerung von Heizkesseln sowie eine Pilotstudie geplant, bei der verschiedene technische Maßnahmen im praktischen Einsatz untersucht werden. Dazu zählen sowohl die Optimierung der Wärmeverteilung im Gebäude, wie etwa der hydraulische Abgleich, als auch die Unterstützung der Bewohner bei möglichst sparsamen Heizverhalten. Dazu kommen programmierbare Heizkörperthermostate, eine mobile Steuerung der Heizkörper über vernetzte Technik, mehr und zeitnahe Informationen zum Wärmeverbrauch und Lüftungsassistenten zum Einsatz.

Damit entspricht die Herangehensweise des Forschungsprojektes in weiten Teilen dem Konzept des BBU-ALFA®-Projektes. Auch im Bereich der erwarteten Kosten von unter zehn Euro wird von einer ähnlich geringinvestiven Größenordnung ausgegangen, wie im Ergebnis des ALFA®-Projektes mit durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nachgewiesen. Die erwartete Energieeinsparung soll bei ca. 15 Prozent liegen – im ALFA®-Projekt waren es im Mittel 17 Prozent.

Im Download-Bereich: Pressemitteilung des GdW vom 30. November 2016 und Link auf die ALFA®-Homepage mit ALFA®-Handbuch

 

 

Downloads

gdw_vorstellung_allianz_klimaneutraler_wohngebaeudebestand
PDF
273.36 KB