Mehr als neun von zehn verschickten Mails sind Spam. Dabei sortieren bereits die Email-Anbieter 80 von 100 verschickten Mails als offensichtliche Werbemails aus. Von den verbliebenen 20 Mails sind 15 immer noch unerwünscht und landen meist im Spam-Ordner der Kunden. Das ergab eine Umfrage der europäischen Agentur für Internetsicherheit (Enisa) unter 92 Mail-Anbietern aus 30 Ländern, die rund 80 Millionen elektronische Postfächer betreiben.
"Gegen Spam-Versender helfen nur technische Lösungen. Schärfere Gesetze sind zwar grundsätzlich wünschenswert, lassen sich aber praktisch kaum durchsetzen, da die Versender meist im Ausland sitzen", sagt Prof. Dieter Kempf, Mitglied des BITKOM-Präsidiums. Die meisten Spam-Mails werden von so genannten "Roboter-Netzwerk" verschickt. Dabei handelt es sich um einen Verbund infizierter PCs im Internet, die zentral ferngesteuert werden. Die Nutzer der infizierten Computer wissen oft nicht, dass ihr Rechner Teil eines solchen Netzes ist.Der Kampf gegen Spam ist für die Anbieter teuer. Laut Enisa-Studie gibt jeder dritte der großen Mailanbieter dafür knapp eine Million Euro pro Jahr aus. Die effektivste Maßnahme ist derzeit das so genannte Blacklisting: 90 Prozent aller Anbieter überprüfen vor dem Zustellen, ob der Absender als Spammer bekannt ist. So werden vier von fünf eingehenden Mails von den Mailanbietern geblockt und landen gar nicht erst in den Postfächern der Nutzer. Je nach den Sicherheitseinstellungen des Nutzers wird im zweiten Schritt der Inhalt der zugestellten Mails noch einmal von Virus- und Spamfiltern überprüft. Verdächtige Mails landen in den Spam-Ordnern der User oder werden mit einer Viruswarnung zugestellt.Mit einigen wenigen Maßnahmen kann man die Spamflut weiter eindämmen. Hier die wichtigsten BITKOM-Tipps für Verbraucher zur Vorbeugung gegen Spam:Auf einen BlickTipps zur Vorbeugung gegen Spam 1. Ungewöhnliche E-Mail-Adresse wählenSpam-Versender verschicken ihre Post oft nach dem Zufallsprinzip. Sie generieren automatisch Adressen und probieren diese aus. Ungewöhnliche Zeichen- und Ziffernfolgen in der Mail-Adresse erschweren dies. ==> Max_Mustermann81@provider-xy.de statt Max.Mustermann@provider-xy.de2. Zweit-Adresse anlegenEs ist ratsam, mindestens zwei Adressen zu benutzen:Eine für offizielle Anlässe und den Kontakt mit Freunden oder Kollegen, die andere für Communitys, Online-Portale und Chats. Wer über diese Adresse viel Spam bekommt, schaltet seine Zweitadresse einfach ab und legt eine neue an. Unter der ersten Adresse bleibt man weiter erreichbar.3. E-Mail-Adresse im Web kodierenOft sammeln Spammer automatisch E-Mail-Adressen auf Webseiten. Wer beispielsweise auf seiner Homepage seine E-Mail-Adresse angibt, sollte das @-Zeichen kodieren. ==> Max.Mustermann[at]provider-xy.de statt Max.Mustermann@provider-xy.deAlternativ kann man die E-Mail-Adresse als Bilddatei hinterlegen. So sind sie von den automatischen Suchmaschinen kaum zu identifizieren.4. E-Mail-Adresse in Communitys verbergenNutzer von Online-Netzwerken sollten ihre E-Mail-Adresse nicht allen zugänglich machen. Viele Communitys bieten individuelle Datenschutz-Einstellungen an. Dort kann festgelegt werden, dass nur die eigenen Freunde oder Geschäftspartner die Adresse sehen dürfen.5. Spam-Filter des E-Mail-Anbieters nutzenBei vielen Anbietern können Kunden selbst einstellen, wie hoch der Schutz vor Spam sein soll. Je strikter die Einstellungen, umso eher kann auch eine erwünschte Mail versehentlich im Spam-Ordner landen. Daher sollten Verbraucher ihren Spam-Ordner regelmäßig prüfen.6. Nie auf erhaltene Spam-Mails antwortenLandet eine Spam-Mail im Postfach: Auf keinen Fall darin enthaltene Links anklicken, Anhänge öffnen oder auf die Mail antworten – auch nicht auf vermeintliche Abmelde-Optionen! Die Mail am besten sofort löschen. Hinter Links oder Inhalten können sich Schadprogramme verbergen und eine Antwort bestätigt dem Spammer, dass die Adresse aktiv ist.7. Blindkopien verschickenVorsichtig mit Kontakten von Freunden und Kollegen umgehen: Wer Mails an mehrere Personen verschickt, kann die Adressen im Feld "BCC" des Mailprogramms eingeben. Dann sehen die Empfänger keine fremden Adressen. Allerdings sortieren manche Spamfilter Mails aus, wenn der Adressat auf "BCC" steht.
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