Steigender Energieverbrauch, drastische Preiserhöhungen, Klimawandel und die Abhängigkeit von instabilen Regionen sorgen fast täglich für Schlagzeilen und fordern neue Ansätze von Politik, Verbrauchern und Versorgern. Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft bewegt sich mitten in diesem Spannungsfeld. So bot die 9. Jahrestagung "Energieeffizienz von Wohngebäuden" der BBA mehr als 150 Fachleuten aus ganz Deutschland ein aktuelles Informations- und Austauschforum.
Mit Spannung wurden die hoch aktuellen Vorträge von Ministerialdirektor Dr. Peter Runkel und Wolfgang Ornth aus dem Bundesbauministerium über aktuelle bundespolitische Ziele und Instrumente im Bereich Energieeffizienz und Wohnungswirtschaft verfolgt. Nach einem langwierigen Prozess hatte sich die Koalition Ende Oktober geeinigt, wie die künftigen Energieausweise für Bestandsgebäude in der zu novellierenden Energieeinsparverordnung (EnEV) eingeführt werden. In einem Referentenentwurf wurden mit dem Ziel, zukünftigen Mietern und Wohnungskäufern mehr Transparenz bzgl. der Energiekosten zu bieten, die Pflichtkriterien für Bedarfsausweise geändert. Die Teilnehmer hörten gespannt zu, als die Einzelheiten des Entwurfs erläutert wurden. Mit Interesse wurde wahrgenommen, dass alle Bedarfs- und Verbrauchsausweise, die in der Übergangszeit zwischen Inkrafttreten der novellierten Verordnung am 1. Januar 2008 und dem Jahresende 2007 nach den Anforderungen der EnEV ausgestellt wurden, zehn Jahre Gültigkeit haben werden. Mit diesem zentralen Kompromiss hofft die Regierung, die Treibhausgasemission bis 2012 um 21 Prozent zu senken. Das zweite Instrument für bessere Energieeffizienz ist das CO2-Gebäudesanierungsprogramm, das sich laut Runkel zu einem energetischen Renner entwickelt hat. Bis Oktober wurden 8,7 Mrd. Euro daraus abgerufen. "Wir müssen uns technologisch an die absolute Weltspitze stellen, um der globalen Herausforderung gewachsen zu sein. Wir sind im Bereich der Energieeffizienz führend. Deutschland sollte eine Spitzenposition in der Wärmeversorgung erreichen." Dr. Heinrich-Hermann Schulte, Präsident des BDH - Bundesindustrieverband Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. hielt ein eindrucksvolles Plädoyer für mehr Investitionen in Forschung und Technik. Er erläuterte die wichtigsten Techniktrends im Bereich der Wärmeerzeugungsanlagen. Mit einem prognostizierten Zuwachs von 85 Prozent bei Feststoffbrennkesseln und 80 Prozent bei Wärmepumpen sowie 50 Prozent bei thermischen Solaranlagen allein in diesem Jahr sind diese Techniken ganz klar auf dem Vormarsch. Die BBA-Tagung bot neben einer begleitenden Fachausstellung von Dienstleistern aus der Energiewirtschaft wieder eine kompakte Aufarbeitung und Übersicht über alle relevanten Entwicklungen rund um das Thema Energieeffizienz für die Immobilienwirtschaft. Um der Wichtigkeit dieses Themenkomplexes noch weiter Rechnung zu tragen, bietet die BBA zusammen mit dem GdW, dem BBU und dem Landesfachverband der Bau- und Energieberater Berlin-Brandenburg e.V. einen neuen Intensivkurs an. Der Kurs "Energetische Gebäudeerfassung nach neuer Energieeinsparverordnung" findet von März bis Dezember 2007 statt und schließt mit einer Prüfung ab. Am 12. Februar von 13:30 bis 17:00 Uhr können sich Interessenten vorab über den Kurs informieren.