Das Arbeitsvolumen in Deutschland hat im Jahr 2008 einen Rekordstand erreicht, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Insgesamt wurden 57,75 Milliarden Arbeitsstunden geleistet, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Sog des konjunkturellen Abschwungs wurden die Zuwächse immer kleiner, und im vierten Quartal war ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Beschäftigungslage war noch stabil, aber die Arbeitnehmer haben im vierten Quartal 2008 pro Kopf 1,1 Prozent weniger Stunden geleistet als im Vorjahr. Es wurden insbesondere bezahlte Überstunden und Guthaben auf Arbeitszeitkonten abgebaut sowie Kurzarbeit eingeführt.
Das Jahr 2008 hatte kalenderbedingt 2,6 Arbeitstage mehr als das Vorjahr, aber pro Tag wurde im Schnitt weniger gearbeitet (-1,1 Prozent). Mit der abflauenden Konjunktur sank das Volumen der bezahlten Überstunden von 1,43 auf 1,32 Milliarden Stunden. Dazu kommen unbezahlte Überstunden in ungefähr der gleichen Größenordnung. Die angehäuften Guthaben auf den Arbeitszeitkonten der Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeitregelungen wurden merklich geringer. Die Zahl der Kurzarbeiter stieg im Jahresdurchschnitt von 68.000 auf rund 94.000 an, und es fiel dadurch beträchtlich mehr Arbeitszeit aus als früher. Der seit Jahren rückläufige Trend der Krankenstandsquote setzte sich nicht fort: Sie stieg von 3,2 auf 3,3 Prozent an. Die tarifliche Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten lag unverändert bei durchschnittlich 38,3 Stunden.Die Teilzeitbeschäftigung nahm weiter zu (+1,7 %), aber nicht mehr so stark wie bisher. Inzwischen arbeitet ein Drittel aller Beschäftigten in Teilzeit, davon die Hälfte in Mini-Jobs und in Ein-Euro-Jobs. Vom gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumen leisteten die Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2008 rund 39,8 Milliarden Stunden (69 Prozent), die Teilzeitbeschäftigten rund 7,7 Milliarden Stunden (13 %) und die Selbständigen und Mithelfenden rund 9,2 Milliarden Stunden (16 %). Etwa eine Milliarde Stunden entfielen auf Nebenjobs, fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren.