Die „Vaterland“ kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Die Anfänge in den 1920er-Jahren, der Zweite Weltkrieg, Besetzung der Wohnhäuser durch die Rote Armee, erschwerte Bedingungen in der DDR, ein Neubeginn nach der Wende und schließlich im Jahr 2006 die Verschmelzung mit der Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG.
„In den vergangenen Jahren haben wir gemeinsam Vieles für unsere Mitglieder auf den Weg gebracht. Die Verschmelzung war eine glückliche Fügung, haben doch beide Seiten Synergieeffekte, zudem sichert sie das genossenschaftliche Wohnen auf Dauer und bietet Vielfalt für die Erfüllung des Satzungsauftrages. Dazu gehören auch Neubauprojekte, so aktuell am Alten Markt, in Saarmund oder in Bergholz-Rehbrücke. Wir sind damit auf einem guten Weg“, sagt Vorstandsmitglied Matthias Pludra.
Die Gründung des Gemeinnützigen Beamten-Siedlungsvereins „Vaterland“ im Jahr 1922 war besonders der Initiative des Regierungsbaumeisters Georg Fritsch (1890-1955) zu verdanken, der auch der erste Vorsitzende der Genossenschaft wurde. Bereits im März 1923 konnte der Vorstand 37.000 Quadratmeter Bauland im Bornstedter Feld erwerben. Bis 1926 entstand die heute denkmalgeschützte Siedlung Am Schragen vor allem als Reihenhäuser, deren Fassaden farbenfroh gestaltet wurden. Wenige Jahre später wurden von 1928 bis 1931 in der Ruinenbergstraße eine weitere Siedlung mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern errichtet. Auch diese Siedlung steht heute unter Denkmalschutz. Während der DDR-Zeit entstanden Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen im Brentanoweg sowie in der Tieckstraße.
Im Juni 2006 verschmolz die GWG „Vaterland“ mit der PWG 1956 eG. Zu den gemeinsam gestemmten Vorhaben zählen unter anderem die nachhaltige Bewirtschaftung, bedarfsgerechte und denkmalkonforme Instandsetzung oder auch die Wiedererrichtung bzw. Sanierung der Gebäude Ruinenbergstraße 4-10 mit sieben zum Teil barrierefreien Wohnungen oder der Neubau in der Johannes-Lepsius-Straße 9-15, unmittelbar angrenzend an die Siedlung Am Schragen. „Insofern besteht eine gute und stabile Basis, um auch in der Zukunft in der wachsenden Stadt genossenschaftliches Wohnen zu ermöglichen“, meint Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Boshold.
Foto: Benjamin Maltry
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